In den antiseptischen Korridoren der modernen Materialwissenschaft reduziert man Menschen häufig zu komplexen „Wetware“-Prozessoren [Wetware: Bezeichnung für den Verstand, das ZNS und das Gehirn; Anm. d. Übers.], als wären sie nur Anhäufungen biologischer Substanzen und Neuronen, die von der strengen Binärlogik elektrochemischer Signale regiert werden. Viele Leute behaupten, wir wären nichts als biologische Algorithmen, die vorhersagbar sind und auf Daten basieren. Die Führer der materialistischen Priesterschaft und Stephen Hawking glaubten, dass die Idee einer „Seele“ ein „Märchen“ für Menschen sei, die Angst vor der Dunkelheit des Weltraums haben. Doch nun, da man sich leichter online mit allem verbinden kann, ist ein besorgniserregendes Problem aufgetaucht. Wir sind mit der weltweiten algorithmischen Matrix mehr vernetzt als je zuvor, fühlen uns aber innerlich dennoch mehr fragmentiert. Es scheint, als würde die Kohärenz, die uns zu dem macht, was wir sind, vor unseren Bildschirmen in sich zusammenfallen. Um dieses Problem zu verstehen, müssen wir über die Neurotransmitter hinausblicken und das reale, flackernde Licht des Körpers ins Auge fassen.
Wir sind nicht einfach nur denkende Wesen, sondern wir leuchten auch.
Menschen als Sterne: die Wissenschaft der ultraschwachen Photonenemission (UPE)
Ihre Augen können es zwar nicht wahrnehmen – aber Ihr Körper flackert genau in diesem Moment wie ein weit entfernter Stern. Dieses Phänomen wird als ultraschwache Photonenemission (UPE) bezeichnet. Jahrelang haben Skeptiker die Vorstellung eines vom Menschen ausgehenden Lichts als Stoffwechsel-„Abgase“ – die Infrarotwärme, die wir beim Verbrennen von Kalorien abgeben – verworfen. Doch die UPE ist etwas anderes. Sie ist sichtbares Licht, wenn auch 1.000-mal schwächer, als wir mit bloßem Auge sehen können. Sie ist buchstäblich das „Leuchten“ des Lebens.
Im Jahr 2009 gelang es dem japanischen Wissenschaftler Masaki Kobayashi und seinen Kollegen von der Universität Tohoku mithilfe hochempfindlicher CCD-Sensoren (charge-coupled device; „ladungsgekoppeltes Bauteil“), die ersten echten Bilder dieses menschlichen Leuchtens anzufertigen. Die Ergebnisse waren verblüffend. Kobayashi stellte fest, dass unser Leuchten nicht statisch ist, sondern dem rhythmischen Schlagen unserer inneren Uhr folgt. Wir leuchten am Spätnachmittag am hellsten und „verblassen“, wenn wir uns in die Nacht zurückziehen. Das Licht konzentriert sich am stärksten in unseren Gesichtern. Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes solarbetriebene Wesen, deren interne Leuchtkraft mit der Sonne zu- und abnimmt.
Aber ist dieses Licht nur ein Nebenprodukt chemischer Reaktionen oder ein grundlegendes biologisches Informationsnetzwerk? In der Welt von NEXUS vermuten wir ja schon seit langer Zeit, dass der Körper mehr ist als eine Chemiefabrik. Wenn unsere Zellen über Licht miteinander kommunizieren – ein Konzept, das oft „Biophotonik“ genannt wird –, dann haben wir es mit einem Kontrollsystem zu tun, das weit raffinierter und schneller ist als das Nervensystem. Alles Lebendige glüht, angefangen bei einem Grashalm bis hin zum menschlichen Herz. Das deutet darauf hin, dass Licht die vorrangige Sprache der inneren Architektur des Lebens ist.
Und damit kommen wir zu einer beunruhigenden Erkenntnis über unsere moderne Umwelt. Wenn wir biolumineszente Systeme sind, die auf die natürlichen Rhythmen des Lichts angewiesen sind, um ihre innere Kohärenz aufrechtzuerhalten – was passiert dann, wenn wir in das synthetische, unregelmäßige Flackern der „algorithmischen Matrix“ abtauchen? Wir haben die beständige, vertraute Anmut der Sonne gegen das hochintensive blaue Licht des Smartphones eingetauscht – ein Licht, das nicht nur unseren Schlaf stört, sondern auch die Kohärenz unserer biologischen Signatur.
Derzeit existieren wir in einem Zustand neurochemischen Ungleichgewichts. Die digitale Ökonomie ist darauf ausgelegt, uns in einem Dauerzustand der Dopaminreize zu halten – einem ruhelosen, nervösen „Wollen“, das unsere Aufmerksamkeit in Bruchstücke zerfallen lässt. Serotonin, der für Zufriedenheit und das „Sein“ zuständige chemische Botenstoff, erfordert jedoch eine ganz andere Umgebung, in der Stabilität, Bewegung und natürliches Licht zählen.
Ist unser UPE-„Leuchten“ vielleicht die biologische Entsprechung dieses inneren Zustands? Wenn wir durch Dopaminschleifen in einen fragmentierten Zustand versetzt werden, könnte unser biologisches Licht sich als chaotisches, dissonantes Rauschen manifestieren. Befinden wir uns jedoch in einem Zustand der durch Serotonin hervorgerufenen Behaglichkeit, dann wird unsere Photonenemission vielleicht kohärent – und verhält sich wie ein biologischer Laser, der die Milliarden chemischer Reaktionen, die sich in unserem Körper abspielen, zu einer „Symphonie“ der Gesundheit vereinheitlicht.
Wenn die Materialisten unrecht haben und wir mehr als nur Daten sind, dann ist die „Seele“ kein Geist in der Maschine, sondern vielmehr das Licht, das verhindert, dass die Maschine ins Chaos stürzt. Wollen wir diese leuchtende Seele für uns zurückerobern, so müssen wir uns auf eine radikale Rebellion gegen den modernen, „reibungslosen“ Lebensstil einlassen. Das bedeutet, dass wir von der hedonistischen Tretmühle heruntersteigen und uns wieder mit der „Weisheit des Baumeisters“ beschäftigen müssen – der konkreten, gesellschaftlichen und körperlichen Arbeit, die uns eine Grundzufriedenheit verschafft.
Es ist keine reine „Wellness“-Entscheidung, in der Sonne zu stehen, mit den eigenen Händen zu arbeiten und unsere internen Rhythmen vor der übergriffigen Maschinerie des digitalen Zeitalters zu schützen. Es handelt sich vielmehr um ein biologisches Manifest, bei dem wir den menschlichen Stern gegen die kalte Siliziumlogik verteidigen, die uns auf eine Reihe von Mausklicks reduzieren will.
Letztendlich sind wir eben nicht nur Informationsverarbeiter, sondern strahlen Informationen ab. Unser Leuchten ist unser eigenes. Es wird Zeit, dass wir dem Licht, das wir in uns tragen, Beachtung schenken und uns – was noch wichtiger ist – damit beschäftigen, wer oder was dieses Licht dämpfen will.
Der vergessene Pionier: Zwiebeln und die „mitogenetische Strahlung“
In der großartigen und oft geschönten Geschichte der Biologie lehrt man uns, dass das Leben eine Reihe chemischer Kollisionen ist – Schloss-Schlüssel-Mechanismen, bei denen Moleküle so lange zusammenprallen, bis etwas passiert. Wenn wir uns aber in die spärlich beleuchteten Laboratorien im Russland der 1920er-Jahre zurückversetzen, entdecken wir dort eine Geschichte, die weniger wie ein Lehrbuch wirkt, sondern eher wie ein verschollenes Manuskript verbotenen Wissens. Es ist die Geschichte von Alexander Gurwitsch, der in einem Labor saß und Zwiebeln anstarrte – nicht aus kulinarischem Interesse, sondern weil er vermutete, dass das Leben in einer Sprache zu sich selbst flüsterte, die wir nicht hören können: der Sprache des Lichts.
Das liest sich wie der Anfang eines Wissenschaftswitzes: „Wie viele keimende Zwiebeln braucht man, um die Gesetze der Biologie zu verändern?“ Für Gurwitsch war die Antwort: zwei.
Gurwitschs Versuchsaufbau war von eleganter und fast schon frustrierender Einfachheit. Er nahm zwei keimende Zwiebeln und richtete die Spitze der einen Zwiebel (des „Induktors“) auf eine Seite der anderen (des „Detektors“) aus. Was er dann beobachtete, war für damalige Verhältnisse eine biologische Unmöglichkeit: Die Zellen in der zweiten Zwiebel begannen sich schneller zu teilen, aber nur in dem Bereich, auf den die erste Zwiebel „zeigte“.
Ein moderner Beobachter würde in diesem Fall sofort an „Chemikalien“ denken. Vielleicht gaste die Zwiebel irgendein Wachstumshormon aus? Gurwitsch dachte ebenfalls an diese Möglichkeit – und platzierte eine Barriere aus Quarzglas zwischen die keimenden Zwiebeln. Quarz lässt ultraviolettes Licht durch, blockiert jedoch chemische Dämpfe. Die Zellteilung setzte sich im selben Maße fort. Dann ersetzte er das Quarzglas durch gewöhnliches Fensterglas, das UV-Licht blockiert. Und damit war die Wirkung aufgehoben.
Gurwitsch war über eine revolutionäre Entdeckung gestolpert. Er erkannte, dass die Zwiebeln über etwas kommunizierten, das er als „mitogenetische Strahlung“ bezeichnete – ultraschwache ultraviolette Emissionen, die eine Botschaft übertrugen: „Es ist Zeit zu wachsen.“ Das war mehr als eine biologische Kuriosität. Es war vielmehr ein Riss im Fundament der materialistischen Welt. Es deutete darauf hin, dass das Leben nicht nur eine chemische Suppe war, sondern ein kohärentes Energiefeld.
Wenn Gurwitsch recht hatte, brachte das erschreckende Konsequenzen für das wissenschaftliche Establishment mit sich. Es bedeutete nämlich, dass die „Blaupause“ für einen Menschen oder eine Zwiebel nicht nur in einem physischen Molekül steckte (die DNA wurde erst ein paar Jahrzehnte später entdeckt), sondern durch ein biolumineszentes Netzwerk übertragen wurde.
Wie zu erwarten war, schlug das Establishment zurück. Der Nobelpreisträger Irving Langmuir, eine Größe der industriellen Wissenschaft, prägte einen vernichtenden Begriff für Forschungen dieser Art: „pathologische Wissenschaft“. Diese Bezeichnung zielte darauf ab, Karrieren zu zerstören. Langmuir warf Gurwitsch vor, in seinen Daten Geister zu sehen. Er behauptete, dass der Effekt viel zu gering sei, um real zu sein, und dass das „menschliche Element“ die Beobachtung verzerre. Somit war die „mitogenetische Strahlung“ für die kommenden 50 Jahre in den Mülleimer der „Parawissenschaft“ verbannt, gleich neben der Alchemie und der Phrenologie.
Doch hatte diese Ablehnung wirklich wissenschaftliche oder eher kulturelle Gründe? Die Schulwissenschaft hat eine tief sitzende Abneigung gegen alles, was nach „Vitalismus“ riecht – die Vorstellung, dass das Leben einen nichtphysischen Funken besitzt. Indem das Establishment Gurwitschs Arbeit als pathologisch bezeichnete, stellte es sicher, dass die „Seele“ entschieden außerhalb des Labors blieb.
Gurwitsch befasste sich nicht nur mit Zwiebeln, sondern forschte auch in Richtung einer „universellen Theorie“ des biologischen Feldes. Er vermutete, dass diese Strahlung Teil einer umfassenden, unsichtbaren Architektur war, die der Zelle mitteilt, dass sie sich zu einem Blatt, einer Wurzel oder einem menschlichen Herzen entwickeln soll.
Heute erleben wir eine stille Rehabilitierung dieser Ideen. Organisationen wie die Guy Foundation haben sogar einen „Zwiebel-Preis“ zu Ehren von Gurwitschs Werk ausgerufen und erkennen an, dass seine „parawissenschaftlichen“ Beobachtungen die Grundlagen der Biophotonik bildeten. Wir wissen mittlerweile, dass jede lebende Zelle auf Erden ultraschwache Photonen abgibt. Und langsam begreifen wir, dass Gurwitsch nicht verrückt war, sondern einfach nur 80 Jahre zu früh dran.
Warum spielt das heute, in einer Welt der Algorithmen und der künstlichen Intelligenz, eine Rolle für uns? Weil die „mitogenetische Strahlung“ die ultimative „menschliche“ Variable darstellt. Wenn unsere Zellen mittels Licht kommunizieren, dann sind unsere Gesundheit und unser Bewusstsein mit einer subtilen, leuchtenden Kohärenz verbunden – und die moderne Technologie ist wie geschaffen dafür, diese Verbindung zu stören.
Tauchen wir in die „synthetische Matrix“ des blauen Lichts und der digitalen Geräusche ein, so kostet uns das nicht nur Schlaf, sondern wir beeinträchtigen damit potenziell auch genau jene „universelle Theorie“, die unseren Körper organisiert. Wir führen „biologisches Rauschen“ in ein System ein, das zum Funktionieren die Stille der Sonne und die Reibung der Erde benötigt.
Die Zwiebeln des Alexander Gurwitsch erinnern uns daran, dass die wichtigsten Konversationen im Universum im Stillen stattfinden, auf Frequenzen, die wir erst jetzt langsam wiederentdecken. Im Zeitalter der Siliziumlogik besteht der radikalste Akt der Rebellion in der Erinnerung daran, dass jeder von uns eine Architektur aus lebendem Licht ist – ein Stern in Gestalt eines menschlichen Wesens, der mit einer Kohärenz flackert, die kein Algorithmus je wirklich nachvollziehen kann.
Es wird also Zeit, dass wir aufhören, das „Leuchten“ abzulehnen. Wir sollten es stattdessen beschützen.
Von der Kohärenz zum Bewusstsein: die biologische Symphonie
Mitte der 1970er-Jahre stolperte Fritz-Albert Popp, ein theoretischer Physiker aus Deutschland, über eine Entdeckung, die eigentlich Schockwellen durch jede Biologiefakultät des Planeten hätte schicken müssen. Popp war nicht auf der Suche nach der „Seele“, sondern wollte als Krebsforscher verstehen, warum bestimmte Chemikalien zu Mutationen führen und andere nicht. Stattdessen fand er heraus, dass die Zellen in unseren Körpern mehr sind als nur Chemiefabriken – sie sind optische Resonatoren.
Popp entdeckte, dass alle lebenden Zellen Licht speichern und abgeben, doch die eigentliche Enthüllung war die Beschaffenheit dieses Lichts. Es handelte sich nicht um das chaotische, flackernde Leuchten einer Kerze oder das „weiße Rauschen“ einer chemischen Reaktion. Stattdessen erkannte Popp, dass diese Biophotonen kohärent sind. In der Sprache der Physik bedeutet Kohärenz, dass Lichtwellen gleichphasig sind, sozusagen im Gleichschritt marschieren wie Soldaten. Einfacher ausgedrückt: Jedes lebende menschliche Wesen ist im Grunde ein biologischer Laser.


Sind wir tatsächlich Lichtwesen? Forscher wie Gurwitsch, Popp, Kirlian und Emoto, die Pioniere der Biolumineszenz, haben die Auffassung vom Menschen als bloßes elektrochemisches Signalsystem infrage gestellt. Auf ihren Erkenntnissen aufbauend haben japanische Wissenschaftler das Phänomen der ultraschwachen Photonenemission (UPE) mittels hochempfindlicher CCD-Sensoren nachgewiesen. Dieses Leuchten, das alle lebenden Organismen ausstrahlen, ist Teil eines kohärenten Lichtnetzes, das die gesamte Zellkommunikation koordiniert.
Kommentar schreiben