Keith Barbalato, der Autor unseres Leitartikels, hat es etwas anders erlebt. Er war selbst einer derjenigen, die mit „Guck mal, die sprühen schon wieder!“ hausieren ging. Als er nach der Coronakrise ins Non-Mainstream-Wissen eintauchte, fand er sich bald fluchend unterm gestreiften Himmel wieder und schrie die Übermächte an, damit aufzuhören, die Menschheit zu vergiften. Parallel versuchte er, der tumben Masse begreiflich zu machen, dass hier ein gigantischer Feldversuch stattfindet. Doch als er um Erklärungen gebeten wurde, stellte er fest, dass er keine Ahnung von Atmosphärenphysik, Meteorologie und Triebwerksmechanik hatte. Die Recherche brachte ihn schließlich auf die Website von Jim Lee, climateviewer.org. Jim und seine Community sind inzwischen in der englischsprachigen SzenedieReferenz, die in Sachen Chemtrails und Wettermanipulation die Spreu vom Weizen trennt. Über deren Diskussionsgruppe lernte ich Keith kennen, und er willigte ein, sich etwas von der Seele zu schreiben: seinen Weg vom Chemtrails-Mythologen zum Geoengineering-Kritiker.
Vielleicht tut Ihnen ja die Nüchternheit der Herangehensweise genauso gut wie mir, denn sein Credo ist griffig: Nein, da sprüht uns keine allmächtig-okkulte Elite Nanomaterialien und Morgellons in die Lungen – wir können die Täter dingfest machen und auf konkrete Handlungen und Forschungen herunterbrechen, über die man aufklären und gegen die man etwas tun kann.
Aber NEXUS wäre nicht NEXUS, wenn ich Ihnen nicht gleich zwei weitere Perspektiven vor die Nase halten würde, die Keiths Aussagen bedenkenswert machen: Andrew Johnson schreibt im abschließenden Teil seiner Antigravitationsreihe (siehe NEXUS 118 bis 120) über einen Hurrikan, der ausgerechnet am 11. September vor den Türen New Yorks stand. Diente der womöglich als Katalysator für die gerichtete Energiewaffe, die seiner und der Auffassung von Dr. Judy Wood zufolge an diesem Tag zum Einsatz kam? Fabien Deruelle wiederum kommt in einer umfassenden Analyse zu dem Schluss, dass die Forschung in Sachen Nanotechnologie, Graphen und Mikrowellenwaffen tatsächlich so weit sein dürfte, Menschen über das 5- oder 6G-Netzwerk und das Internet der Dinge fernzusteuern.
Tja, was stimmt denn nun? Ich kann nur sagen: Machen Sie sich auf die Reise, finden Sie es selbst heraus. Es ist genau dieses Spannungsfeld zwischen Fakt und Fiktion, Realität und Mythos, Ver- und Aufklärung, das wir im NEXUS beackern – und der Mann, dessen Worte gerade durch Ihren Kopf geistern, hat sich Karre und Egge geschnappt, um dieses Feld zu bestellen. Im fünften und vorerst letzten Teil meiner Reihe zu den Plasmabetten lesen Sie, welche Früchte die Feldarbeit trägt: Habe ich mir alles, was ich in den Betten erlebt habe, eingebildet? Oder bin ich tatsächlich in der Formgebungsebene der Wirklichkeit gelandet?
Mein direktes Erleben hat mir die Frage beantwortet. Und ich betrachte es als Wink des Schicksals, dass Leserin Folkhild Hoops sich just in diesem Zeitraum inspiriert fühlte, unser Heft mit ihrem Stand der Erkenntnis zu bereichern. Nein, diese Realität ist kein Monstrum, das uns zwischen seinen Klauen zermalmen will und dem wir uns entgegenstellen müssen – sie ist ein Spiegel. Und wenn wir eine andere Brille aufsetzen oder eine andere Kleidung anlegen, ändert das auch das Bild. Kurzum: Wir haben ein gehöriges Wörtchen mitzureden bei der Beschaffenheit der Wirklichkeit.
Genau das ist die Idee, aus der heraus unser Geistreich am Teich geboren wurde – vom 25. bis 28. Juni gibt sich wieder ein schillerndes Völkchen die Hand, das seine eigene Realität lebt und webt. Kommen Sie doch vorbei, machen Sie mit oder lassen Sie sich inspirieren. Und falls Ihnen der Weg zu weit ist: Freunde aus dem Netzwerk hatten vor ein paar Jahren eine ganz ähnliche Idee und haben mich just zu ihrem Zuvuya Flow Festival in der Schweiz eingeladen. Ihr Flyer liegt dem Heft bei – vielleicht sieht man sich ja dort?
Als ich heute morgen über mein Editorial und die Weltsituation sinnierte, musste ich natürlich an Trump denken, der gerade sämtliche Spiegel zerschlägt. Internationale Verträge, Kriege, Geldsystem, Außerirdische – der Mann macht keine halben Sachen. Dann kam mir eine Liedzeile von Leonard Cohen in den Sinn: There’s a crack in everything, that’s how the light gets in.
Als die Zeile den Morgen lang in mir widerhallte, musste ich an den Planeten Erde denken. Ich sah die Atmosphäre über mir als riesige Eierschale und musste schmunzeln: Kann man die Streifen am Himmel nicht auch als Risse sehen? Und ist es nicht so, dass die Schale gerade bricht und das Licht einer anderen, vielschichtigeren Wirklichkeit hereindringt?
Wie Sie in meinem Artikel lesen werden, bin ich immer weniger auf den Abbruch der alten Welt fokussiert. Mein Interesse gilt dem Licht, das zwischen den Rissen hindurchkommt; dem Neuen, das es bringt. Freilich ist die alte Elite emsig dabei, ein paar Zerrspiegel aufzustellen.
Bleiben Sie also wachsam – aber lassen Sie das Licht herein und hegen Sie das, was es in Ihnen zum Leuchten bringt.
Denn das Ei, das bricht von innen.
Herzlich,
Ihr Daniel Wagner


„Guck mal, die sprühen schon wieder!“ Ich weiß noch, wann der Satz in mir zu fiepen begann: als ich ihn zum dritten oder vierten Mal hörte und meine Versuche, mit meinem Gegenüber in ein Gespräch zu kommen, null Resonanz ernteten. Oder gleich einen verächtlichen Blick: Hatte ich etwa die Seiten gewechselt? Es war, als hätte sich der Satz verselbstständigt, war zu einem Code geworden. Wer in den Reigen einstimmte, gehörte dazu. Wer hinterfragte, gefährdete den Zusammenhalt. Irgendwoher kannte ich das.
Daniel Wagner ist Herausgeber und Chefredakteur des deutschen NEXUS-Magazins. Wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, fremde Texte zu bewerten und den bürokratischen Apparat zu füttern, greift er selbst zur Feder. Seine Interessen flattern am Horizont.
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