Editorial Ausgabe 93

Daniel Wagner EditorialLiebe Leser,

ich komme gerade mit frisch polierten Antennen aus den Raunächten und sage Ihnen einmal freiheraus, was ich empfange: Es wird ein tatkräftiges, ein umwerfendes Jahr. Während ich traurigen Herzens zusehe, wie viele meiner Mitmenschen ergeben in die neue Normalität trotten, bin ich auf Dauersendung. Ich packe Dinge an, die seit Jahren in mir dösen, bin wuselig wie ein Frettchen und habe dabei dieses Prickeln auf der Haut: Ach ja, stimmt, deswegen bist du hier.

Derart eingeklinkt gibt es auch keine Fragen mehr, was zu tun ist. Inzwischen haben meine Frau und ich uns intensiver mit Freunden vernetzt, die auf unserer Wellenlänge sind. Wir organisieren Demo­besuche und den Druck kritischer Broschüren, tauschen uns über erprobte Naturheilmittel bei den Kindern, Permakultur und den alltäglichen Wahnsinn aus. Bei Telegram habe ich den Kanal „Die Wagschale“ aus der Taufe gehoben, auf dem ich essenzielle Links und meine Sicht der Dinge teile. Meine Wohnung ist nun endlich mit Elektrosmogfressern ausgestattet und ich trinke täglich kolloidales Gold – ein Experiment, von dem ich Ihnen demnächst berichten werde.

Sie sehen: Die Zeichen stehen auf Tat. Und da es so in mir bitzelt, stecke ich Sie doch glatt mit ein paar Ideen an, die mir über die Dendriten flitzen:

  • Schauen Sie einmal auf der Website der Freien Deutschen Gesellschaft vorbei. Zwei libertäre Freaks präsentieren da Ideen, die es in sich haben: vom Aufbau einer herrschaftsfreien Markt- und Privatrechtsgesellschaft ist da die Rede, einer digitalen Identität, über die man selbst die Hoheitsrechte besitzt – und man bastelt an einem autarken, dezentralen Notfunknetzwerk, das selbst im Fall eines Blackouts funktioniert.
  • Die ganze Kommunikation läuft jetzt schon dezentral, nämlich über den Open-Source-Messenger Element. Der und das angegliederte Matrix-Netzwerk aus dezentralen Servern scheinen mir noch wichtig zu werden, denn hier haben wir eine quell­offene und vor allem unzensierbare Plattform. Je mehr mitmachen und einen eigenen Server ins Netz stellen, desto besser und stabiler wird das System. Ich bin da selbst noch mitten im Lernprozess, habe im Büro schon eine eigene Cloudlösung installiert und werde wohl als Nächstes via FreedomBox mitmischen.
  • Apropos dezentrales Internet: Auf der Website Unstoppable Domains können Sie derzeit noch günstig Domains mit der Endung .crypto kaufen – und da diese Websites auf der Blockchain laufen, werden auch sie nicht zensiert werden können. Es braucht mit der Technik zwar noch einigen guten Willen und man muss sich in das Thema Kryptowährungen einarbeiten, wenn man vorne dabei sein will … aber im ganzen Bereich scheint mir noch immer Goldgräberstimmung zu herrschen.
  • Etwas Einarbeitungszeit braucht wohl auch das Volla Phone, das inzwischen auf dem Markt ist. Die Firma hat sich zum Ziel gesetzt, konsequent die Privatsphäre zu schützen, und ein Google- und Apple-freies Smartphone gebaut. Das Gerät läuft mit einem eigenen Open-Source-Betriebssystem und ohne Menüs und Apps – auch hier geht es laut den Entwicklern letztlich um Freiheit und Selbstverantwortung.

Das, was hier wächst, ist so etwas wie die digitale Entsprechung zu Ökodörfern und Gemeinschaften – eine Graswurzel-IT. Und wie die meisten dezentralen Projekte stehen und fallen sie mit unserem Tun. Wie heißt es so schön? Die Welt, die wir haben wollen, müssen wir schon selbst bauen. Falls Sie selbst in den angesprochenen Bereichen experimentieren oder eigene Projekte auf die Beine gestellt haben und Mitstreiter suchen, schreiben Sie mir doch; ich bin da ganz Ohr und mache vielversprechende Ansätze gern publik.

Gerade stehe ich zum Beispiel in Kontakt mit einer Initiative, die ein biokonformes 5G-Netz bauen will und an einem Pilotprojekt zimmert. Die Idee geht auf ein Konzept zurück, das ich in Heft 80 im Interview mit Florian König angesprochen habe: Die Signale sollen so moduliert werden, dass die 5G-Hüllkurve den Sferics entspricht, den chaotischen EM-Feldern, die wir von Natur aus gewöhnt sind. Was der Bastler und Erfinder seitdem getrieben hat, erfahren Sie in meinem Update-Interview in diesem Heft.

Und damit sind wir in unserem kleinen, dezentralen Gedankennetzwerk, das Sie und mich nun im 15. Jahr verbindet. Wenn Sie das aktuelle Heft durchlesen, werden Sie merken, dass auch von unserem Funkturm ein markantes Signal ausgeht. Die Botschaft ist seit Jahren dieselbe: Hinter dem Woodpecker-Gehacke des Mainstreams rauscht das ewige Feld des kreativen Bewusstseins.

Um sich da einzuklinken, müssen Sie nur Ihre Antennen putzen und Ihr Empfangsgerät auf eine andere Wellenlänge einstellen.

Herzlich,

Ihr Daniel Wagner

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