Gefährliche Rituale: Gesichtsmasken – mehr Schaden als Nutzen

maskenEs hat sich herumgesprochen: Die Kirche der deutschen Maßnahmenapostel steht auf wackligem Fundament, Dogmen überschallen die Evidenz. Das gilt auch für das liebste Kind der Sicherheitsvorbeter – die Maske.

Anm. d. Red.: Den Artikel von Harald Walach können Sie hier als PDF herunterladen und gerne verbreiten.

Ein inzwischen berühmtes psychologisches Experiment zu Placebo- und Nocebo-Effekten belegt eindrücklich, dass Schlüsselreize starke Effekte auslösen können, selbst wenn wir sie nicht bewusst wahrnehmen.1 Die Forscher um Ted Kaptchuk von der Harvard-Universität kombinierten dabei die Präsentation eines bestimmten Gesichtes auf einem Bildschirm 50-mal mit einem schmerzhaften Hitzestimulus am Finger. Ein anderes Gesicht wurde 50-mal mit einem sehr milden Wärmestimulus kombiniert. Das führt zu einer sogenannten Konditionierung: einer unbewussten Verbindung der visuellen Wahrnehmung eines bestimmten Gesichtes mit Schmerz im einen Fall oder mit keiner speziellen Reaktion im anderen Fall.

Danach folgte eine Testsequenz. In dieser wurden beide Gesichter nochmals gezeigt und wiederum mit einem Hitzestimulus kombiniert. Dieses Mal war er aber für beide Gesichter gleich, nämlich mittelmäßig stark. Das heißt: Für das Gesicht, das anfangs mit einem starken Hitze- und damit Schmerzstimulus gepaart war, war die Hitzestimulation aktuell und objektiv schwächer, und für das Gesicht, das ursprünglich mit einem geringen Hitzestimulus gepaart worden war, war nun der Hitzestimulus stärker.

Nach der Darbietung dieser Testreize – die ja objektiv alle gleich stark waren – sollten die Teilnehmer dann ihre Schmerzempfindung auf einer Skala beurteilen. Wie zu erwarten war, stuften diejenigen Teilnehmer, die anfangs das Gesicht mit starkem Hitzereiz gezeigt bekommen hatten, ihren Schmerz deutlich und statistisch auffällig höher ein, obwohl der objektive Testreiz der gleiche war wie in der anderen Gruppe. Die Teilnehmer, die anfangs das Gesicht mit niedrigem Schmerzreiz gepaart präsentiert bekommen hatten, stuften ihre Schmerzempfindung deutlich niedriger ein.

Dieses Ergebnis ist für Fachleute nicht überraschend: Man kann Schmerzreize konditionieren – das wussten wir schon –, und man kann auch auf Gesichter konditionieren, also auch auf vergleichsweise komplexe Wahrnehmungsgegenstände. Es kommt aber noch besser: In der erwähnten Testsequenz wurden die Gesichter relativ kurz gezeigt – 100 Millisekunden, also eine Zehntelsekunde. Das ist sehr kurz, genügt aber, um eine bewusste Wiedererkennung zu ermöglichen. Allein das ist aus meiner Sicht bemerkenswert. Nun wurde aber in einem zweiten Durchgang die gleiche Folge von Gesichtern subliminal präsentiert, nämlich nur 12 Millisekunden lang. Da die 12 Millisekunden lange Präsentation des Gesichtes unmittelbar danach von einem anderen visuellen Reiz überlagert wurde, blieb auch kein visuelles Nachbild auf der Retina, das hätte weiterwirken können. Wir haben es also wirklich mit einer unterhalb der Wahrnehmungsschwelle ablaufenden, unbewussten Wahrnehmung zu tun. Die gleichen Gesichter, die unter diesen Bedingungen präsentiert worden waren, wurden wieder mit dem gleichen mittleren Wärmereiz gekoppelt und die Teilnehmer anschließend nach ihrer Schmerzeinstufung gefragt.

Nun kommt das Erstaunliche: Die Schmerzeinstufung war bei dieser subliminalen Präsentation kaum verschieden von der ersten Testreihe, bei der die Gesichter länger und damit bewusst wahrnehmbar präsentiert wurden. Das ursprünglich mit einem stärkeren Schmerzreiz gekoppelte Gesicht löste auch unter der Bedingung einer unterschwelligen Wahrnehmung eine deutlich größere und statistisch auffällige Schmerzwahrnehmung aus als das Gesicht, das ursprünglich mit einem geringeren Schmerzreiz gekoppelt worden war. Die Größe der Schmerzwahrnehmung zwischen den beiden Bedingungen – lange oder kurze Präsentation des Stimulus – war kaum zu unterscheiden.

Das Experiment zeigt: Psychologische Effekte von Konditionierung sind extrem robust und wirken auch dann, wenn der konditionierte Reiz nur sehr kurz präsentiert wird. In diesem Fall war das Experiment ein sogenanntes Nocebo-Forschungsexperiment. Die Forscher untersuchten, inwiefern eine negative körperliche Reaktion – in diesem Fall Schmerzwahrnehmung – durch psychologische Reize zuverlässig ausgelöst werden kann. Wir wissen aus diesem und vielen anderen Experimenten, dass Nocebo-Effekte – also psychologische Effekte, die sich körperlich in negativen Reaktionen äußern – sehr mächtig sind und sehr zuverlässig funktionieren.2,3

Die psychologischen Effekte von Gesichtsmasken

Das eben geschilderte Experiment zeigt uns: Wahrnehmungsgegenstände, wie etwa Gesichter, werden zunächst unbewusst und sehr rasch auf ihr Gefahren- oder Entspannungspotenzial hin analysiert. Diese Analyse geht der bewussten Analyse des Wahrnehmungsgegenstandes voraus und beeinflusst unser Verhalten. Das alles ist wichtig, um zu verstehen, was Gesichtsmasken in der Coronapandemie eigentlich darstellen: Sie sind extrem mächtige, allgegenwärtige Nocebos. Sie lösen Angst aus, und zwar aus dem einfachen Grund, weil ihr Vorhandensein mit der Botschaft gekoppelt ist: „Ein mächtiges Killervirus bedroht uns immer und überall! Wir müssen uns alle schützen!“ Diese Botschaft ist eine Angstbotschaft, und sie wurde mit der ersten öffentlich-medialen Reaktion konditioniert.4

Ist die Angst erst einmal fest installiert, dann wird sie sehr rasch immer wieder hervorgerufen. Die Gesichtsmasken sind ein sichtbares Symbol der Pandemie und psychologisch gesehen konditionierte Reize, die Angst induzieren. Und das tun sie extrem schnell und ohne dass wir uns dagegen wehren können – denn die emotionale Bewertung von Sinnesreizen erfolgt immer zeitlich vor der bewussten semantischen Analyse. Das liegt daran, dass alle Sinneskanäle einen anatomisch direkten Verbindungsweg zu den Mandelkernen haben, den kleinen Gehirnzentren im Zwischenhirn, die für diese emotionale Bewertung zuständig sind. Wenn dort „Bedrohung“ registriert wird, ist der gesamte mentale Apparat darauf getrimmt, entsprechend wahrzunehmen, zu handeln und Verhaltensalternativen zu erkunden. Schlimmer noch: Auch die unwillkürliche Physiologie, also autonom ablaufende Prozesse wie Blutdruckregulation, Herzschlag und Immunmodulation, wird entsprechend beeinflusst. Gleichzeitig wird durch die bewussten Botschaften – „Schützen Sie sich und andere. Halten Sie Abstand und tragen Sie eine Gesichtsmaske!“ – der Eindruck erweckt, wir könnten etwas gegen diese Angst tun, indem wir etwa eine Gesichtsmaske aufsetzen. Im Jargon der Psychologie erhalten wir damit ein Instrument der Selbstwirksamkeit, etwas, womit wir aktiv gegen die Bedrohung vorgehen können. „Gott sei Dank gibt es diese Masken, sonst wären wir ja diesem Virus hilflos ausgeliefert! Indem wir Gesichtsmasken tragen, können wir uns schützen.“ Das führt auf einer bewussten Ebene mit Sicherheit bei vielen zu Erleichterung. Daher ist das Maskentragen zu einem allgegenwärtigen Angstbewältigungsritual geworden.

Aber durch die unbewusste Konditionierung ist es gleichzeitig ein allgegenwärtiges Nocebo, das die Angst dauernd neu entfacht und am Leben erhält. Das wird explizit in einem internen Arbeitspapier erwähnt, das mir eine Kollegin übermittelt hat, die im Spitzenverband der Krankenkassen tätig ist. Es ist der Verband, der alle deutschen Krankenkassen nach außen repräsentiert, Verbindungen in die Politik und zu den Ärzteverbänden hält. In diesem Papier, das wohl Anfang Juli 2022 in die interne Zirkulation gegeben wurde, steht wörtlich zu lesen:

„Es ist zu beachten, dass das Tragen von Masken auch einen psychologischen Effekt hat, da durch Masken im Alltag allgegenwärtig auf die potenzielle Gefahr des Virus hingewiesen wird. Die Maske ist daher zum immer sichtbaren Symbol der Infektionsprophylaxe [sic!] und stiftete damit Vigilanz bei den Menschen.“

Das haben die Kollegen vom Spitzenverband sehr gut erkannt und zusammengefasst. Was sie allerdings komplett vergessen haben, sind vier Dinge, auf die ich jetzt im Weiteren eingehen will:

  1. Die Maske ist nur vordergründig ein Symbol für Wachsamkeit und ein Ritual der Selbstwirksamkeit. Durch die Konditionierung wurde sie zum Signal für Angst.
  2. Angst ist eines der stärksten psychologischen Immunsuppressiva und extrem kontraproduktiv, wenn man seine Abwehr gegen einen Erreger stärken will. Dieser Effekt dürfte insgesamt wesentlich wichtiger sein als die vernachlässigbare Schutzwirkung. Denn:
  3. Der Nachweis einer positiven Wirkung von Gesichtsmasken unter Alltagsbedingungen (das ist wichtig!) ist bislang nicht gelungen.
  4. Hingegen ist wohlbekannt und in der wissenschaftlichen Literatur gut dokumentiert, dass Masken verschiedene direkte negative Wirkungen haben, die ich unten erläutere. Diese kommen zu den indirekten psychologischen Wirkungen hinzu, mit denen ich diesen Text eröffnet habe.

Kommentare

15. November 2022, 11:41 Uhr, permalink

Michael Wimpl

Masken sollte man maximal 40 Minuten am Stück tragen, sodann eine 30-minütige Pause einlegen...so ist es auch im Arbeitsrecht festgelegt, bei Berufsgruppen die Staubschutzmasken (und etwas anderes sind die FFP-2-Masken nicht) tragen müssen...

Worauf gar nicht eingegangen wird ist die Tatsache, dass diese Masken feinste Mikrofasern absondern, die sich in der Lunge ablagern. So wurde bereits bei einigen Lungenbiopsien vor Transplantationen Knötchen festgestellt, die durch diese Fasern aus den Masken hervorgerufen wurden.

Kommentar schreiben

Folgende Art von Kommentaren sind unerwünscht und werden von uns entfernt:

  • (Schleich-)Werbung jedweder Art
  • Kommentare die nichts zum Thema beitragen
  • Kommentare die der deutschen Sprache nicht gerecht werden
  • Geplänkel mit anderen Kommentarschreibern
  • Kontaktanfragen an die Redaktion (benutzen Sie hierfür bitte das Kontaktformular)

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise