Geheimnisvolle Diplo­matenkrankheit

dipNoch vor Erscheinen ihres Beitrags in der Fachzeitschrift Neural Computation am 15. September gab Dr. Beatrice Golomb, PhD, Professorin für Medizin an der School of Medicine der University of California, San Diego, der Öffentlichkeit bekannt, dass die (Erfahrungs-)Berichte über die „geheimnisvolle Krankheit“ amerikanischer und kanadischer Diplomaten in Kuba und China starke Übereinstimmungen mit den bekannten Wirkungen gepulster, elektromagnetischer Hochfrequenz- und Mikrowellenstrahlung (RF/MW-Strahlung) aufweisen.

Dieses Forschungsergebnis, so Golomb, könne bei der Behandlung der Diplomaten (und ebenfalls betroffener Familienmitglieder) behilflich sein und die amerikanischen Behörden bei der Suche nach der genauen Ursache der Krankheit unterstützen. Dazu kommt laut der Ärztin, dass auch größere Bevölkerungsgruppen von ähnlichen gesundheitlichen Problemen betroffen seien und in ihrer Arbeit vielleicht ein Lösungsansatz zu finden wäre.

„Ich habe mir die vorhandenen Daten über RF/MW-Strahlung angesehen und sie mit den Erfahrungen der Diplomaten in Beziehung gesetzt“, sagt Golomb.

„Es passt alles zusammen. Das geht bis zu den Einzelheiten der unterschiedlichen Geräusche, die während der anscheinend auslösenden Anfälle von den Diplomaten gehört wurden – Zwitschern, Klingeln und Brummen. Sie stimmen bis ins Detail mit den bekannten Merkmalen des sogenannten Mikrowellen-Hörens oder ,Frey-Effekts‘ überein. Auch die später auftretenden Symptome passen in dieses Bild. Das gilt sowohl für die häufig berichteten Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Bewusstseinsstörungen als auch für die ausgeprägten akustischen Symptome. Die Befunde von bildgebenden Untersuchungen des Gehirns stimmen ebenfalls mit dem überein, was bei Personen festgestellt wurde, die RF/MW-Strahlung ausgesetzt waren.“

Seit 2016 berichten Mitarbeiter der US-Botschaft im kubanischen Havanna (sowie kanadische Diplomaten und deren Angehörige) immer wieder darüber, dass sie seltsame Töne hören, auf die eine ganze Reihe Symptome wie Tinnitus, Kopfschmerz, Hörverlust, Schwindel und Abgeschlagenheit folgt. Im Mai dieses Jahres gab das amerikanische Außenministerium bekannt, dass US-Regierungsangestellte im chinesischen Guang­zhou mit ähnlichen Tönen und gesundheitlichen Problemen zu tun hätten.

Die betroffenen Diplomaten und ihre Angehörigen wurden aus medizinischen Gründen von beiden Orten zur Behandlung in ihre Heimat überführt. Trotz mehrerer behördlicher Untersuchungen liegt bisher aber keine offizielle Erklärung für die Vorfälle und die darauf folgenden Krankheitssymptome vor.

Quelle: ScienceDaily.com, 29.08.18, http://tinyurl.com/y8ymvxqj

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