IERS: Probeliegen im Plasmabett

Plasmabett TeaserEin polnischer Erfinder namens Wago erzählt in privater Runde, er habe ein Bett erfunden, mit dem er Krankheiten aus Patienten ziehen könne. Das Bildmaterial ist überzeugend, also setzt sich unser Chefredakteur ans Steuer und sieht sich die Sache genauer an.

Die Reise führt ihn auf unbekanntes Terrain: Hinter der Erfindung steckt ein originelles Gedankengebäude, die Technologie fußt auf der Plasmalehre von Keshe. Von dessen zwielichtiger Stiftung hält sich NEXUS fern – doch die Effekte und Erfahrungsberichte, die Wago präsentiert, sind schwer zu leugnen.

Und dann ist da noch das eigene Erlebnis im Plasmabett ...

Die Geschichte beginnt in Wien. Ein paar schwer zu leugnende Synchronizitäten haben mich in die Albert Hall im 8. Bezirk gezogen, zu einem Vortrag von Gor Rassadin. Rassadin ist gebürtiger Russe und lehrt in Vorträgen und Webinaren ein spirituelles Weltbild, das mich aufrüttelt. Deshalb bin ich hier – oder? Um mir einen persönlichen Eindruck von ihm und seinem Kreis zu verschaffen, habe ich das Büfett im Anschluss an den Vortrag gebucht. Die Stimmung ist intim. Nach zig Gesprächen mit Menschen unterschiedlichsten Schlags fallen mir drei Männer an einem Stehtisch auf. Der eine zeigt etwas in seinem Smartphone, alle drei sind so vertieft, dass das Gewimmel um sie herum an ihnen abperlt. Interessiert pirsche ich mich heran, lausche und spähe auf den Bildschirm. Ich hasche die Worte „Plasma“, „Bett“ und „Heilung“ auf, und als sich einer der drei aus der Runde verabschiedet, rücke ich näher.

„Darf ich fragen, um was es hier geht?“

Vorsichtig werde ich beäugt, als dränge ich in einen Kreis von Auserwählten. Wago, so der kräftige Mann mit dem Smartphone in Händen, stellt sich mit polnischem Akzent als „Raumphysiker“ vor. „Und das ist Zor“, sagt er zum hageren Mann neben ihm, der mich aus klaren, stillen Augen mustert. Während Wago durch die Bilder in seinem Handy scrollt, erfahre ich mehr: Er hat eine Art Heilungsbett konstruiert, das mit einer eigens entwickelten Plasmatechnologie läuft, die auf den Ideen von Keshe fußt. Zor besitzt offenbar so eins, und der Mann, der schon gegangen ist, möchte eins kaufen. Das Bett, das Wago mir im Handy zeigt, wirkt futuristisch und natürlich zugleich – ein sauber gearbeitetes Holzgestell, das an eine MRT-Röhre erinnert, um die sich transparente Schläuche winden. Durch die wird „Plasma“ gepumpt, wie er es nennt – eine Flüssigkeit, die er mit destilliertem Wasser selbst herstellt. Laut eigenen Aussagen hat Wago mit dem Bett schon einige Effekte erzielt, aber die Erfahrung hat mich Vorsicht gelehrt. Dann zeigt er mir weitere Fotos:

„Schau“, sagt er, „das hier ist das Plasmawasser, wenn man es einfriert – siehst du die Strahlen, die es im Eis zieht? Bei normalem Wasser passiert das nicht. Ich habe schon zig Experimente damit gemacht. Und das hier habe ich aus den Leuten herausgezogen.“

Die Bilder, die ich sehe, hinterlassen Eindruck. In einem Gefäß mit einer durchsichtigen Flüssigkeit schwimmen Gebilde, die wie Tumoren aussehen: Zellbündel mit schwarzen Punkten im Kern, umgeben von Hyphen und Geflechten. „Das ist Gebärmutterhalskrebs, fürchterlich aggressiv, und das hier ist Magenkrebs.“ Ja, sagt er, die Patienten, die im Bett lagen, hatten diesen Krebs. Ja, das Wasser, das ich dort sehe, sei destilliert und vorher vollkommen rein gewesen. Nein, bei anderen, die im Bett lagen, seien nicht solche Dinge herausgekommen.

„Ich glaube, das muss ich mir mit eigenen Augen ansehen“, sage ich. „Kann man dich besuchen kommen und in so einem Bett probeliegen?“ Er bejaht, und als er den Ort nennt, in dem er wohnt, bimmelt es: Allenstein, polnisch Olsztyn. Ostpreußen. Wieder so eine Synchronizität – hier stammt meine Großmutter her, die oft von ihrer Kindheit erzählt hat.

„Hier ist meine Nummer. Ruf mich einfach an, dann machen wir was aus.“

Ahnen im Zwielicht

Dezember 2022. Es ist mitten in der Nacht. Im Scheinwerferkegel meines Autos huschen weiße Weiten an mir vorbei, ab und an enthüllt der Scheibenwischer ein Gehöft, ein Dorf, eine Tanke. Ein seltsames Gefühl von Heimat glimmt auf.

Während ich mich auf engen, schneeverwehten Alleen auf mein Ziel zuarbeite, gehe ich durch, was ich über das, was mich erwartet, schon weiß. Viel ist es nicht. Im Internet habe ich auf den Seiten der Keshe-Stiftung herumgescrollt und mir ein paar Videos zur Keshe-Technologie angesehen, weitergebracht haben sie mich nicht. Vergeblich suche ich nach einer Einführung für jemanden, der zum ersten Mal mit der Materie in Berührung kommt. Die offiziell von der Keshe-Stiftung produzierten Videos zeigen einen Mann, der wie ein Guru im Cockpit der Enterprise wirkt und von Dingen salbadert, die ihm seine Anhänger von den Lippen lesen – und die deutschen Videos, die ich finde, sind von mieser Qualität, langatmig und voller Eingeweihten-Sprache. Man hat das Gefühl, in eine Parallelwelt einzutauchen.

Als ich mein Auto auf den verschnei­ten Parkplatz des Hotel Pirat steuere, ist es nach Mitternacht. Ich checke ein, schreibe Wago eine Nachricht und sage ihm, dass ich mich am Morgen melde.

Wie man zum Raumphysiker wird

Die Wohnung, in die er mich hineinbittet, liegt nur ein paar Straßen von meinem Hotel entfernt. Das Apartment ist geräumig, die Begrüßung herzlich. Mit einem Tee nehmen wir am großen Tisch im Wohnzimmer Platz, ich packe meinen Rekorder aus und lege los. Ich will wissen, wie Wago überhaupt dazu gekommen ist, solche Betten zu bauen. Seine ersten Sätze wirken, als sagt er sie nicht zum ersten Mal:

„Wie gesagt, ich bin kein Arzt, kein Heiler, und die Heilung von Menschen ist nicht meine Aufgabe. Allerdings sage ich immer scherzhaft: Die Ärzte und Mediziner heilen, aber ich habe die Effekte. Selbst würde ich mich als Raumphysiker bezeichnen, wobei meine Definition dieses Begriffs noch nicht bekannt ist. Ich kann den Raum sehen, lesen, ich kann ihn programmieren und nutzen.“

Ich höre erst einmal nur zu. Wago spricht klar, locker und offen, ich spüre keine Untertöne oder verborgenen Motive. Als er mir seine Geschichte erzählt, ist es, als blicke man in ein offenes Buch.

Alles begann vor 17 Jahren, als er ernsthafte Probleme mit der Gesundheit bekommt. Der Arzt gibt ihm noch ein Jahr zum Leben, und obwohl er seine Gewohnheiten umzustellen beginnt, landet er nach einer radikalen Fastenkur im Krankenhaus. Dort wird er „mit Tabletten vollgestopft“, doch die Probleme hören nicht auf – bis er sich entscheidet, sämtliche Pillen abzusetzen. In diesem Zeitraum entdeckt er ein Grundprinzip der Heilung:

„Ich hab mir als Physiker gesagt: Das Wichtigste ist die Luft, weil wir ja als Materie zu 70 Prozent aus Luft bestehen. Von den restlichen 30 sind wieder 70 Prozent Wasser. Also habe ich dafür gesorgt, dass ich genug Luft bekomme, regelmäßig sauberes Wasser ... und so ging meine Krankheit weg.“

Er wiederholt das in den nächsten Tagen häufig: Sorge zu allererst dafür, dass du saubere Luft bekommst, eine Stunde am Tag, am besten bei einem Spaziergang im Wald, bei dem du leicht schwitzt, um den Lymphfluss anzuregen. Dann trinke sauberes Wasser – so rein wie möglich, bestenfalls destilliert, gleich am Morgen einen Liter, zum Durchspülen. Das allein wird 95 Prozent aller Krankheiten beseitigen.

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Eingefrorenes „Plasmawasser“ (links) vs. eingefrorenes Leitungswasser (rechts)

Während er sich aus seinem gesundheitlichen Loch grub, gesellten sich weitere Erkenntnisse hinzu. Der Prozess dauerte Jahre, sagt er, und er ging mit einer intensiveren Selbstwahrnehmung einher.

„Die Voraussetzung ist die Arbeit mit sich selbst: Du musst die Zeit finden, mit dir selbst zu arbeiten. Irgendwann wirst du feststellen, dass du nicht nur gedacht wirst, sondern dass du selbst denkst. Mir ging dann auf, dass das Denken nicht im Gehirn stattfindet. Aber wenn es nicht im Gehirn ist, dann muss es andere Räume geben, wo es passiert. So habe ich mein Gespür für Raum bekommen, für die unterschiedlichen Räume.“

Dann ist da die spirituelle Gruppe, zu der er sich hingezogen fühlt. Sie ist zur persönlichen Entwicklung gedacht, und die geschieht bei ihm auf mehreren Ebenen. Zunächst trifft er in der Gruppe jemanden, den alle nur seinen Zwillingsbruder nennen – Wago groß und dick, sein „Bruder“ klein und dünn. Alles, was sie tun, machen sie zeitgleich: Gibt es eine Aufgabe, schreiben oder zeichnen sie, ohne vom Werk des anderen zu wissen, dieselben Dinge. Alle lachen, auch die Gruppe merkt es. Der „Zwillingsbruder“ erzählt ihm von Keshe und dessen Plasmatechnologie, von der Wago zwar schon gehört, mit der er sich aber nie näher beschäftigt hat – nun aber ist sein Interesse geweckt.

Kommentare

02. Februar 2024, 19:02 Uhr, permalink

Monika Bartsch

Guten Tag liebes Team, wo kann man im Plasma Bett probeliegen?
Es ist sehr dringend. Meine Schwester hat Brustkrebs. Ich freue mich auf eure Antwort.
Liebe Grüße aus Brandenburg
Monika

03. Februar 2024, 12:32 Uhr, permalink

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