Luc Montagnier und die Revolution der Schulmedizin

lucIn Sachen Corona hat sich HIV-Entdecker Luc Montagnier festgelegt und steht einmal mehr als Dissident im Rampenlicht, weil er die These vom Laborursprung des neuen Virus verficht.

Er sollte lieber wegen seiner anderen Häresien von der Öffentlichkeit beachtet werden. Die nämlich haben das Zeug, die Schulmedizin auf den Kopf zu stellen. Nicht nur stieß Montagnier auf eine elektromagnetische Signatur der DNS und ein „Wassergedächtnis“, sondern auch auf eine Frequenz, die von Erregern im menschlichen Körper ausgeht.

Er steht damit in einer langen Tradition von Forschern, die das herrschende Paradigma der Biologie hinterfragten. Es riecht nach Revolution.

Die entscheidende Frage, die sich nun stellt, lautet:

Wie kann dieses komplexe System ausschließlich durch chemische Prozesse aufrechterhalten werden, ob für einen Tag, einen Monat oder ein Leben lang?

Triviale physikalische Erklärungsversuche, die sich auf die Bewegung der Enzyme beziehen, die Informationen im Körper von einem Ort zum anderen übertragen, können nicht annähernd die notwendige Koordination der Informationen zwischen den einzelnen Teilen erklären. Nun ist es freilich an der Zeit, die Forschung von Luc Montagnier ins Spiel zu bringen.

Zwei Jahre nachdem ihm 2008 der Nobelpreis verliehen worden war, veröffentlichte der französische Forscher einen gleichermaßen revolutionären wie häretischen Artikel mit dem Titel „DNA Waves and Water“ 8, der die Ärzteschaft in Aufruhr versetzte. Darin demonstrierte Montagnier, dass bakterielle und virale DNS Strahlung im Niederfrequenzbereich des elektromagnetischen Spektrums emittiert und dass besagte Strahlung über die Fähigkeit verfügt, Wasser zu organisieren und Informationen zu übertragen! Die Ergebnisse seiner Experimente werden eindrücklich in einem achtminütigen Video vorgestellt.9

Der Forscher verwendete ein lichtverstärkendes Instrument, das in den 1980er Jahren von Dr. Jacques Benveniste erfunden worden war, um die ultraschwachen Lichtemissionen der Zellen zu erfassen. Er filterte alle bakteriellen DNS-Partikel aus einem mit Wasser gefüllten Reagenzglas und entdeckte, dass die Lösung, die nun kein organisches Material mehr enthielt, nach wie vor Strahlung im ultraschwachen Frequenzbereich emittierte! Noch aufregender wurde es, als Montagnier Folgendes nachwies: In Anwesenheit einer Hintergrundfrequenz von 7 Hertz (die Schumann-Resonanz, ein natürliches Phänomen, das zwischen Erdoberfläche und Ionosphäre auftritt, besitzt eine Frequenz von 7,83 Hertz) konnte nicht emittierendes Wasser, in dem sich niemals organisches Material befunden hatte, zur Strahlung angeregt werden, wenn es in unmittelbarer Nähe eines Reagenzglases mit emittierendem Wasser aufgestellt wurde! Noch interessanter ist, dass sich Kopien der ursprünglichen DNS bildeten, wenn das Wasser mit Primern, Nukleotiden (Bausteine der DNS) und dem Enzym Polymerase versetzt wurde!

Dr. Montagnier und seine Kollegen vermuteten, dass es nur eine Erklärung dafür geben konnte: Die Anleitung für die Synthese der DNS musste auf irgendeine Weise auf die Struktur des Wassers übertragen worden sein und eine Art „Wassergedächtnis“ hervorgebracht haben – eine Hypothese, die bereits der Immunologe Jacques Benveniste (1935–2004) vertreten hatte. Montagniers Ergebnisse werden in der unglaublichen Dokumentation „Water Memory“ aus dem Jahr 2014 präsentiert.10

Benveniste war einer der widerlichsten Hexenjagden der modernen Zeit ausgesetzt (maßgeblich von der Zeitschrift Nature im Jahr 1988 angeführt), und Montagnier bot nicht einmal der Nobelpreis Schutz vor einem ähnlichen Schicksal, als ihn über Jahre eine internationale Verleumdungskampagne verfolgte. Fast 40 Nobelpreisträger unterzeichneten eine Petition, in der Montagnier für seine Häresie angeprangert wurde. Dies ging so weit, dass der große Wissenschaftler gezwungen war, aus Europa zu flüchten, um einer Kultur zu entkommen, die er als „intellektuellen Terror“ beschrieb. Als Reaktion auf die üble Nachrede stellte Montagnier im Magazin LaCroix fest:

„Ich bin die Angriffe dieser Akademiker gewohnt. Sie sind abgehalfterte Amtsschimmel, die sich jeder neuen Idee verschließen. Ich verfüge über wissenschaftliche Beweise für meine Behauptungen.“ 11

Montagnier beschrieb, wie überaus schwierig es war, seinen Forschungen weiter nachzugehen:

„Wir haben den Entschluss gefasst, mit der Privatwirtschaft zusammenzuarbeiten, weil wir keine Förderung von öffentlichen Institutionen erhalten konnten. Infolge des Benveniste-Falls wird jeder, der sich für das Gedächtnis des Wassers interessiert, für den … gehalten. Nun ja, es riecht nach Schwefel, und es ist die Hölle.“ 12

Die verschlungenen Pfade der Wissenschaft und der Kampf zweier Paradigmen

Montagniers Kampf ist lediglich ein Abbild eines weitaus umfangreicheren Konflikts, der die Wissenschaft des Abendlandes durchzieht. Zwar trifft man oft auf die schlichte Überzeugung, es gebe nur einen einzigen Zweig der Naturwissenschaft, der sich von Galilei über Descartes und Newton bis zur Gegenwart erstreckt, doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass in Wirklichkeit zwei entgegengesetzte Paradigmen existieren – eines davon wird durch politisch motivierte Hexenjagden systematisch verdunkelt, und zwar nicht erst seit der Zeit, als T. H. Huxley den X-Club ins Leben gerufen hat und die Zeitschrift Nature im Jahr 1869 gegründet worden ist.13

Weil dieser Konflikt häufig übersehen wird, lohnt es sich, hier ein paar Worte darüber zu verlieren. Als Gegengewicht zur materialistischen Tradition, die versucht, natürlichen Phänomenen „materielle Ursachen“ überzustülpen, hatte kein Geringerer als Louis Pasteur der fähigeren Schule der optischen Biophysik den Weg bereitet, der auch Montagnier angehört. Obwohl Pasteur für die Entwicklung von Impfstoffen, die Keimtheorie der Krankheitsentstehung und das Hitzesterilisationsverfahren, das seinen Namen trägt, bekannt ist, drehten sich seine frühen bahnbrechenden Entdeckungen um die optischen Eigenschaften und die Chiralität (Händigkeit) organischer Substanzen. In Kürze zusammengefasst: Mithilfe eines Polarimeters (siehe Abbildung unten) fand Pasteur heraus, dass Lösungen, die organisches Material enthielten, die unglaubliche Eigenschaft besaßen, polarisiertes Licht nach links zu drehen – ein Merkmal, das anorganischen Lösungen fehlte.14

Diese „Linkshändigkeit des Lebens“ verwirrt Astrobiologen noch mehr als ein Jahrhundert später.15

Zwar behinderte der Erste Weltkrieg die weitere Erforschung des Phänomens, doch zwei russisch-ukrainische Wissenschaftler, die eng an der Taurischen Nationalen Universität (Krim) zusammenarbeiteten, griffen den Gegenstand auf: Wladimir Wernadski, der Vater der russischen Atomwissenschaft und Begründer der Biogeochemie (1863–1945), sowie sein Freund Alexander Gurwitsch (1874–1954).

Ehret-Montagner-2

Alexander Gurwitschs mitogenetische Strahlung

Wernadski nutzte für seine Deutung der Biosphäre Pasteurs Entdeckungen in großem Umfang und wurde nicht müde darauf hinzuweisen, dass die elektromagnetischen Eigenschaften der Lebewesen den biochemischen Vorgängen zugrunde lägen. Er beschäftigte sich sein Leben lang mit den Makrozuständen der Biosphäre und deren Wechselwirkungen mit Lithos- und Noosphäre (die hierarchisch ineinandergreifenden Bereiche des Anorganischen, Organischen und der schöpferischen Vernunft) innerhalb der Magnetfelder der verschiedensten Abstufungen, die den Fluss der kosmischen Strahlung durch das Universum beeinflussen. Sein Kollege Gurwitsch dagegen widmete sich hauptsächlich dem Schnittbereich von Licht und magnetischen Feldern, wie sie in den Mikrozuständen lebender Zellen auftreten.

Der Forscher Cody Jones beschreibt in einer Studie über kosmische Biostrahlung aus dem Jahr 2011 die grundlegenden Erkenntnisse Gurwitschs:

„Gurwitsch postulierte drei hierarchisch interdependente Strukturebenen, deren Anordnung sich nach ihrer Komplexität und räumlichen Ausdehnung richtete. Sie erstrecken sich von der molekularen (molekulare Konstellationen) über die zelluläre (Beziehungen zwischen den Zellen) bis hin zur organismischen Ebene (die verschiedenen Organe und Systeme, die einen individuellen Organismus ausmachen). Man könnte jede Ebene im Hinblick auf die verschiedenen Mechanismen beschreiben, die die Strukturveränderungen im Einzelfall antreiben, doch fließen all diese Mechanismen zusammen, insofern sie einem bestimmten Seinszustand entgegenstreben.“ 16

Zuvor hatte Gurwitsch die Naturforschung revolutioniert, indem er einen eleganten Versuch entwickelte, um nachzuweisen, dass Zellen schwache Energiemengen in Form von ultravioletter Strahlung abgeben, wenn sie eine Mitose durchlaufen.

Kommentar schreiben

Folgende Art von Kommentaren sind unerwünscht und werden von uns entfernt:

  • (Schleich-)Werbung jedweder Art
  • Kommentare die nichts zum Thema beitragen
  • Kommentare die der deutschen Sprache nicht gerecht werden
  • Geplänkel mit anderen Kommentarschreibern
  • Kontaktanfragen an die Redaktion (benutzen Sie hierfür bitte das Kontaktformular)

Bitte beachten Sie unsere Datenschutzhinweise