Sonnenenergie verwandelt Salzwasser in Trinkwasser

Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zufolge werden schon im Jahr 2025 mehr als zwei Milliarden Menschen keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Eine mögliche Lösung für dieses Problem wäre die Entsalzung von Meerwasser, jedoch erfordert diese Art der Trinkwassergewinnung bis zu 1.000-mal mehr Energie als herkömmliches Abpumpen aus Quellen oder Flüssen.

Eine Gruppe Ingenieure des Energieinstituts der Polytechnischen Universität Turin haben nun eine neue Methode zur Entsalzung entwickelt. Der Prototyp ihrer Entsalzungsanlage nutzt Sonnenenergie besonders effizient und stellt daher eine günstige und nachhaltige Möglichkeit dar, Trinkwasser zu produzieren.

Das Prinzip dahinter ist relativ simpel: Inspiriert von der Natur nutzten die italienischen Forscher den Kapillareffekt, mit dem auch Pflanzen Wasser von den Wurzeln in die Blätter transportieren. Durch den Einsatz eines günstigen, porösen Materials entfallen die teuren Pumpen, die Meerwasser ansaugen. Das Salzwasser wird anschließend mit Sonnenenergie erhitzt und so das Salz vom Wasserdampf getrennt. Spezielle Membranen trennen das Salzwasser vom Trinkwasser und beschleunigen den Prozess.

Anders als herkömmliche Entsalzungsanlagen ist der italienische Prototyp eine „passive Technologie“, die keinerlei zusätzliche Energie oder Maschinen benötigt. Durch die effiziente Nutzung der vorhandenen Sonneneinstrahlung können mit einem Quadratmeter bestrahlter Fläche bis zu 20 Liter Trinkwasser pro Tag erzeugt werden. Getestet wurde die Anlage direkt vor der ligurischen Küste.

Die Turiner Ingenieure sind überzeugt, dass ihre Entsalzungsanlage gerade in Entwicklungsländern mit schlechter Trinkwasserversorgung, aber starker Sonneneinstrahlung von großem Nutzen sein könnte. Weil die Anlage unabhängig von externer Stromversorgung ist, könnte sie darüber hinaus auch nach Erdbeben, Flutkatastrophen und Tsunamis zur Produktion von sauberem Trinkwasser eingesetzt werden.

Quelle: ScienceDaily.com, 07.01.19; http://tinyurl.com/yblydp8z

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