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Editorial Ausgabe 37

Liebe Leser, vor vielleicht zwanzig Jahren hatte ich mal einen Traum, den ich mir ausnahmsweise merkte, obwohl ich ansonsten nicht viel auf Träume gebe und sie regelmäßig gleich nach dem Aufwachen vergesse. Aber dieser war mir so ulkig erschienen, dass er sich in mein Gedächtnis einbrannte: Da hatte ich nämlich einen Stein mit magischen Eigenschaften. Egal, wie traurig ich war: Ich musste ihn nur in den Mund stecken, und der Stein wandelte alles zum Guten.

Vor ein paar Wochen habe ich mich wieder an diesen Traum erinnert, und inzwischen würde ich sagen, dass er in Wirklichkeit eine Prophezeiung darstellte: Der Stein sagte mir seine Ankunft voraus; und dass ich dabei sein würde, wenn er wieder in diese Welt kommt.

Ich weiß, Sie sind es als NEXUS-Leser gewohnt, dass der Herausgeber ein wenig verrückt ist und gerne in abseitige Themen eintaucht. Nun, dann sind Sie hoffentlich vorbereitet. Denn diesmal werden wir Ihren Realitätssinn auf eine besondere Probe stellen, indem wir Ihnen verkünden, dass Sie ab sofort an einem weltweiten Experiment teilnehmen können: Es geht darum, den legendären Stein der Weisen herzustellen. Er vertreibt alle Traurigkeit, macht sofort gesund, verwandelt unedles Metall in Gold und verleiht das ewige Leben. Ach ja, die Sache mit den UFOs erklärt er auch.

Bevor Sie mich und dieses Heft jetzt wütend aus dem Fenster werfen, bitte ich Sie, mir vorher noch bei einer anderen Überlegung zu folgen: Wenn Sie weitere Artikel in diesem Heft lesen, etwa die Global News oder den Artikel über „Fracking“, dann werden Sie mir wahrscheinlich darin recht geben, dass unsere Welt auch seit der letzten Ausgabe wieder nur ein Stückchen weiter an den Rand des Untergangs gerückt ist – mit absolut keiner Aussicht auf Besserung. Wir befinden uns im freien Fall in den Abgrund. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern entspricht nur den Tatsachen.

Was kann uns also noch retten? Nichts von dieser Welt, wenn Sie mich fragen. Aber andererseits zeigen doch auch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, dass unsere Welt ohnehin etwas ganz Anderes ist, als wir gemeinhin glauben: Sie ist mit Bewusstsein durchsetzt, wo wir auch hinsehen – sie ist Bewusstsein. Das, was uns „materiell“ erscheint, ist ohnehin nur eine hartnäckige Illusion. Und je mehr wir verstehen, desto mehr Sinn machen auch die Überlieferungen der Alten unserer Vorzeit. Und damit wird auch unsere eigene derzeitige Verblendung immer klarer. Wir müssen da ausbrechen und ganz, ganz neue Wege einschlagen. Auf der Seite der „objektiven Wissenschaft“ werden sich bald nur noch diejenigen finden, die diese Welt zugrunde richten und derzeit fieberhaft an der Schaffung einer kommenden Cybertech-Epoche arbeiten, an die ich früher auch mal geglaubt habe, die ich aber inzwischen lieber nicht erleben möchte.

Was bleibt uns Anderen also noch? Meine persönliche Strategie besteht mehr denn je darin, auf das Unwahrscheinliche zu setzen – auf jenen Faktor, mit dem niemand gerechnet hat. Die Alten schienen da etwas zu wissen, das sie uns unbedingt mitteilen wollten, indem sie ihre apokalyptischen Prophezeiungen schufen. Sie schienen einen Wirkmechanismus zu kennen, der dem heutigen Allerwelts-Bürger so fremd ist, wie sein eigener Tod, der ihn vielleicht schon in der nächsten Sekunde von der Überholspur des Lebens fetzt. Dennoch kündigten die Alten auch eine Besserung an, indem sie voraussagten, dass unsere verdorbene Zeit des Kali Yuga nur dem nächsten Goldenen Zeitalter vorangeht.

Könnte es sein, dass sie doch richtig lagen, auch wenn derzeit nichts darauf hinzuweisen scheint? Immerhin schafften sie es, uns jene unglaublichen paläo-antiken Bauwerke voller Rätsel zu hinterlassen, die wir Gizeh nennen, oder Puma Punkhu.

Ich finde, wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Wenn uns jetzt noch etwas rettet, dann wird es aus einer Richtung kommen, die wir absolut nicht erwarten. Der Stein der Weisen wäre ein Beispiel für diese Kategorie. Für mich würde es Sinn machen, wenn er existierte, so wie ich überhaupt darauf beharre, dass diese Welt Sinn macht, auch wenn man uns das Gegenteil weismachen will.

Lesen Sie also bitte die betreffenden Artikel mit offenem Geist. Und vielleicht werden Sie mir dann zustimmen, dass wir der Sache – oder sollte ich sagen: uns? – doch noch eine Chance geben und mit der Herstellung des Steins beginnen sollten.

Alles Gute, und bis zum nächsten Mal!

Thomas Kirschner

Kommentare

04. Oktober 2011, 22:45 Uhr, permalink

Tristan

... wir sind doch noch mit der (Wieder-) Herstellung des Seins beschäftigt, wodurch die Herstellung des magischen "Steins" das Resultat unseres wahrhaftigen Seins sein wird ... Die herzlichsten Grüße, und auch Ihnen alles Gute.

05. Oktober 2011, 10:03 Uhr, permalink

Guerilla Ontologe / BdSO

Hi Thomas!

Was soll ich sagen? Du hast mir wieder, wie so oft, aus der Seele gesprochen. Und laut Quantenphysik wird das Unwahrscheinliche dann doch sehr wahrscheinlich, wenn man auf das Unwahrscheinliche setzt. Also gestalten wir uns unsere Zukunft auch dadurch aktiv mit.
(Ja, soll jetzt keine Hirnverdrehung sein ... ;-))
Je mehr wir also auf das "Unwahrscheinliche" setzen, umso eher entziehen wir uns diesem Wahnsinnskreislauf.
Und was die "objektive Wissenschaft" betrifft, so war sie ja nie wirklich objektiv (gibt es so was überhaupt???), sondern genauso dogmatisch wie die institutionalisierten Religionen und genauso subjektiv wie die Menschen, die diese Wissenschaft in die Vorherrschaft gebracht haben. Und seien wir mal ehrlich, ist nicht die sog. objektive Wissenschaft mit ihren Dogmen und Bewußtseinsversklavung an die Stelle der Kirche getreten um uns zu unterjochen?
Insofern hast du völlig recht, dass uns diese sog. Wissenschaft an den Abgrund führt (ach nein, da sind wir ja doch schon) oder, ich würde sagen, sogar darüber hinaus führt. Ein Absturz ins bodenlose Schwarze ...
Und vielleicht ist es sogar ja auch noch wichtig, das wir hier mit unserer Welt und unseren Weltbildern so richtig vor "die Wand" gefahren werden. Denn die Illusion ist dermaßen hartnäckig, das wir´s (wir Menschen) sonst ja nie kapieren werden (nein, ich will das nicht wirklich glauben, bin ja kein Masochist, aber mal ehrlich, dieser Gedanke kann einem ja schon kommen. Oder?).

>> Was kann uns also noch retten? Nichts von dieser Welt, wenn Sie mich fragen.<<

Na, und das uns nichts von DIESER Welt retten kann, das war mir schon als Kind klar. Mit den Kräften dieser Welt läßt sich nur das Herstellen, was uns in den schon besagten Abgrund führt. Kann man sich durch ziehen am eigenen Schopfe aus dem Sumpf ziehen?
Welche Kräfte hier wirksam werden müssen, das kann, glaube ich, jeder selbst herausfinden! Also nicht mehr auf die Autoritäten und Lehren und Wissenschaften und und und vertrauen.
In sich selber schauen! Der Schlüssel ist doch IN uns, also DIE Autorität, wenn wir denn unbedingt eine brauchen, ist IN uns! Die Wissenschaft, die uns wirklich helfen kann und eine wirkliche Wissen-Schaft (von Wissen schaffen) ist, ist IN uns.
Da ist der Schlüssel!
Also, lieber Thomas, lass uns bitte den Stein kochen. Ich habe noch nicht angefangen (warum auch immer), hoffe aber inständig, dass wenn ich nicht rechtzeitg fertig werde, Du mir einen Krümel davon mal leihen kannst ... ... ;-)
In diesem Sinne

HEITER WEITER

Howard der Delphin
alias Bernhard de Saint-Omer

23. November 2011, 23:53 Uhr, permalink

goldenes Kalb

Ja, so leid es mir auch tut, aber auch unter diesen Text muss ich wieder meine unerhebliche Meinung schreiben, die eher weniger positiv ausfallen wird. ich sage es nochmal, wie auch schon bei meinen anderen Kommentaren, ich finde es absolut verwerflich, Ideale so schön in Worte zu verpacken und dann zu verkaufen. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Menschen, die sich die Bauanleitung für den Stein der Weisen gekauft haben in irgend einer Form damit glücklich werden.
Weisheit kann nicht käuflich sein, weil sie dem Unsinn von Geld und damit verbundenem Besitzdenken entgegensteht. Das liegt in der Natur der Sache und stellt damit ein absolutes Paradoxon dar.

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