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Twilight Zone: Der reiche Mann und die Aliens – Einblicke in die Arbeitsweise von Robert Bigelows NIDS

twilDie Tagebucheinträge in Jacques Vallées neuem Buch, dem vierten Band seiner Tagebuchreihe „Forbidden Science“, gewähren Einblicke in die Tätigkeit des National Institute for Discovery Science (NIDS) und die Denkweise seines Gründers Robert Bigelow – des US-Milliardärs, der derzeit eine kommerzielle Raumstation entwickelt und seit Langem fest von einer extraterrestrischen Präsenz auf der Erde überzeugt ist.

Derzeit herrscht beträchtliches Interesse an den Aktivitäten von Bigelow Aerospace Advanced Space Studies (BAASS)1 und deren Beteiligung am Advanced Aerospace Weapon System Applications Program (AAWSAP) der Defense Intelligence Agency – also des militärischen Nachrichtendienstes der USA – in den Jahren 2007 bis 2012. Dennoch wissen manche noch nicht, dass Robert Bigelow, ein Bauunternehmer aus Las Vegas, schon vorher eine ähnliche Organisation betrieben hat, die sich mit UAPs [unidentified aerospace phenomena; dt.: „nicht identifizierte Luftraumphänome“, also Ufos] und paranormalen Phänomenen befasste.

Bigelows National Institute for Discovery Science (NIDS) war von 1995 bis 2004 aktiv. Mithilfe des Internet-Archivs Archive.org kann man bis heute Teile der mittlerweile eingestellten NIDS-Website aufrufen.2

Das im Januar 2019 erschienene Buch „Forbidden Science: Volume four“ von Jacques Vallée gibt tiefe Einblicke in die Denkweise von Robert Bigelow und die Funktionsweise des NIDS – und damit auch in das vom BAASS betriebene AAWSAP. Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der Informationen über das NIDS, wie sie in einigen der Tagebucheinträge Vallées zu finden sind.

Die Gründung des NIDS

Vallée notierte, dass Robert Bigelow ihn am 16. Juli 1995 angerufen und ihm erzählt habe, dass er die UFO Coalition3 – eine der drei wichtigsten UAP-Forschungsgruppen in den USA – nicht weiter finanziell unterstützen werde. Stattdessen wolle er ein neues Institut ins Leben rufen:

„Ich möchte direkt mit den Leuten zusammenarbeiten, die Forschung betreiben. Wir brauchen dringend frisches Blut, weil bei den Ufologen keine wissenschaftliche Disziplin herrscht. Ich werde ein Institut gründen und möchte damit Wissenschaftler von Weltklasse dazu bringen, dass sie Ufos und das Paranormale, einschließlich des Bewusstseins nach dem Tod, erforschen. Und ich möchte, dass auch Sie darüber nachdenken.“ (Seite 257)

Am nächsten Tag rief Bigelow noch einmal an, um näher auf sein Vorhaben einzugehen. Diesmal erwähnte er auch, dass er „einen Direktor mit Verwaltungskompetenz“ benötige, der „aber auch das Phänomen versteht“. Vallée schreibt: „Früher hätte ich mich um einen solchen Job gerissen …“ (S. 258)

Am 25. Juli 1995 trafen Vallée und Bigelow einander persönlich. Bigelow brachte ein Organigramm seines geplanten Instituts mit. Am 11. August 1995 teilte Vallée Bigelow mit, dass er den angebotenen Direktorposten nicht annehmen werde, sich aber überlege, dem wissenschaftlichen Beirat beizutreten.

Acht Tage danach trafen sich Vallée und Hal Puthoff mit dem NIDS-Vorstand, dessen Gründungsmitglieder Dean Radin und Diane Arcangel waren.

Am 1. November 1995 wurde Vallée von Bigelow über „Fortschritte bei unserem Beratergremium“ informiert (S. 294). Der Vorsitzende würde Dr. Kit Green sein, und zu den Mitgliedern sollten Hal Puthoff, Marty Pilch, Dean Judd, General Jim Whinnery, John Petersen und Emily Cook zählen. Bigelow wollte auch noch Jessica Utts, Bruce Grayson, Senator Harrison Schmitt und Richard Deckart für Positionen im Gremium gewinnen. Bei Gesprächen zwischen Green und Vallée stellte sich heraus, dass Green jedoch eine Reihe von Bedingungen hinsichtlich Leitung und Funktion des wissenschaftlichen Beirats an Bigelow gestellt hatte, bevor er die Rolle des Vorsitzenden einnehmen wollte. Zu diesem Zeitpunkt willigte auch Vallée ein, als Mitglied im Beirat mitzuwirken.

bigelow

Robert Bigelow

Am 7. Januar 1996 notiert Vallée allerdings, dass Bigelow am Telefon gesagt habe: „Ich bin auf die Bremse gestiegen, weil wir noch nicht das richtige Management haben.“ (S. 287) Bigelow bestätigte, Bewerbungsgespräche für drei Positionen geführt zu haben – zwei im Bereich Bewusstsein, eine im Bereich der Luftraumphänomene. Kontaktiert wurden Ron Blackburn4, De Angelo von der SAIC und Larry Lemke5 von Ames. John Alexander führte Gespräche mit Dr. Robert Morris und Dr. Ken Ring6.

Erste Sitzung

Das Science Advisory Board (SAB; wissenschaftlicher Beirat) des NIDS kam im Dezember 1995 zu einem organisatorischen Treffen zusammen. Vallée war dabei nicht anwesend.

Zweite Sitzung

Die zweite Sitzung fand am 28. Januar 1996 in Las Vegas statt. Dort stellte Diane Arcangel7 eine Bibliothek zusammen; anwesend waren zudem Air-Force-Oberstleutnant Peter McDuff, Hal Puthoff8, Dr. Kenneth Klivington9, Marty Pilch, John Petersen10, Harrison Schmitt11, Johndale Solem12 und Dean Judd, ebenso wie Jessica Utts13, Air-Force-Brigadegeneral Jim Whinnery14, Emily Williams Cook15, Ted Rockwell16 und John Alexander17. Bei der Sitzung ging es um die Ziele, Visionen und Aufgaben des NIDS. Dann folgte eine Diskussion über Bigelows zwei Hauptschwerpunkte für das NIDS: UAP und das Leben nach dem Tod. Der Journalist George Knapp18 aus Las Vegas hielt bei der Sitzung einen Vortrag über seine Forschungsreise in die UdSSR.

Bei dieser Sitzung erfuhr Vallée, dass sich Bigelow für das Weiterleben nach dem Tod interessiere, „seit sein 22-jähriger Sohn vor ein paar Jahren in der Wüste gestorben ist. Für UAP begann sich Bigelow zu interessieren, nachdem er im Kindesalter mit seinen Großeltern ein ungewöhnliches Phänomen erlebt hatte.“ (S. 296)

Dritte Sitzung

Das dritte Treffen des NIDS-SAB fand am 31. März 1996 statt. Zwei neue Mitglieder waren anwesend, unter ihnen Dr. Ian Stevenson19. Dean Judd war nicht anwesend. Das NIDS hatte Kontakt mit Illobrand von Ludwiger20 aufgenommen, der in Deutschland und Österreich Ufos erforscht. Chad Deetken war für das Institut nach Puerto Rico entsandt worden, und Peter McDuff hatte Ufo-Sichtungen in Mexiko untersucht. Puthoff und Alexander hatten Colonel P. Corso21 einen Besuch abgestattet; Dr. Roger Leir22 und Derrel Sims23 hielten einen Vortrag über Alien-Implantate; und John Carpenter24, ebenfalls Spezialist für Entführungen durch Außerirdische, hielt eine Präsentation. Danach trafen sich Vallée und Alexander mit Corso, um weitere Einzelheiten zu dessen Behauptungen zu erfahren.

Vierte Sitzung

Die vierte Sitzung des Bereits fand am 1. Juni 1996 statt. General Whinnery zeigte drei Präsentationen über die Auswirkungen der g-Kraft auf Piloten und ihre Beziehung zum Bewusstsein. Der ehemalige NASA-Astronaut Edgar Mitchell25 sprach über Nahtoderfahrungen. Bei der Analyse von Implantaten hatte man festgestellt, dass diese häufig vorkommende Elemente enthalten. Der wissenschaftliche Beirat schien zur Ansicht zu tendieren, dass es sich um normale Metallteile handeln müsse, die irgendwie in den menschlichen Körper gelangt und dort verblieben sind.

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