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NEXUS Magazin 1, November-Dezember 2005

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Tunguska, Sibiriens geheimnisvolles „Tal des Todes“, Teil 1

In der riesigen, dünn besiedelten Region Jakutien in Sibirien stößt man überall auf seltsame Metallgebilde und auf Belege für verheerende Explosionen, die in Zyklen von sechs- oder siebenhundert Jahren auftreten und mit den Auswirkungen einer Atombombe vergleichbar sind.

Anm. d. Red.: Den Artikel können Sie hier als PDF herunterladen.

In Nordwestjakutien, einer Region in Sibirien im Becken des Oberlaufs des Flusses Wiljui, liegt eine schwer zugängliche Gegend, die Spuren einer gewaltigen Verwüstung trägt, die vor etwa 800 Jahren stattgefunden hat. Sie vernichtete den kompletten Baumbestand und verstreute Gesteinsbrocken über eine Fläche von Hunderten von Quadratkilometern. In diesem Gebiet befinden sich im Dauerfrostboden tief unter der Erde rätselhafte Metallgebilde. Auf der Oberfläche erkennt man ihre Existenz lediglich anhand von Stellen mit auffälliger Vegetation. Der alte Name dieser Region lautet Uliuiu Cherkechekh, was übersetzt „Tal des Todes“ heißt. Viele Jahre lang haben die Jakuten einen sehr weiten Bogen um dieses entlegene Gebiet gemacht, dem sowohl in der Vergangenheit als auch heute noch eine ganz besondere, wichtige Bedeutung zukommt, und zwar nicht nur für das Schicksal unserer Zivilisation, sondern auch für das des ganzen Planeten.

Nach der Systematisierung einer enormen Menge an Berichten und anderem Material, habe ich nun beschlossen, etwas publik zu machen, dass unser Verständnis von der Welt und unserer Rolle in ihr verändern könnte, wenn die Menschheit dem, was hier dokumentiert ist, angemessene Beachtung schenkt. Um ein möglichst vollständiges Bild zu vermitteln, habe ich den Bericht in drei Abschnitte unterteilt. Der erste enthält die Fakten und Augenzeugenberichte in der Form, in der sie mir zugetragen wurden. Der zweite schildert die alten Legenden der Völker, die in dieser Region leben und die Dichtung der Nachbarvölker, die Zeugen merkwürdiger Phänomene wurden. Diese Vorgehensweise ermöglicht es jedem, seine eigenen Nachforschungen anzustellen und die Details der Erzählungen selbst einzuschätzen. Im Schlussteil lege ich dann die Hintergründe dieser Fakten dar.

Augenzeugenberichte

Die betreffende Region kann man als ein riesiges Sumpfgebiet beschreiben, das stellenweise von fast unzugänglicher Taiga durchzogen ist. Sie bedeckt eine Fläche von über 100.000 Quadratkilometern. Man hört viele ziemlich seltsame Geschichten aus dieser Gegend, in denen es um Metallgebilde unbekannten Ursprungs geht, die dort an den verschiedensten Stellen zu finden sind.

Um Licht ins Dunkel zu bringen und herauszufinden, was dort kaum erkennbar existiert und doch all diese Geschichten inspiriert hat, musste ich die frühe Geschichte dieser Region erforschen und ihre Mythen und Legenden aufspüren. Es gelang mir, in einigen Fällen die Herkunft und Bedeutung der Ortsnamen und geographischen Bezeichnungen zu ermitteln, die erstaunlich genau zu den Inhalten der alten Legenden passen. Alles deutet nämlich darauf hin, dass diese Legenden und Geschichten einen ganz speziellen Bezug haben.

In früheren Zeiten kam das Nomadenvolk der Ewenken auf seinem Weg von Bodaibo über Annybar zur Küste der Laptewsee durch das Tal des Todes. Bis 1936 benutzte ein Kaufmann namens Savvinov diesen Weg als Handelsroute. Als er das Geschäft aufgab, zogen auch die Einwohner nach und nach weg. Schließlich beschlossen der greise Kaufmann und seine Enkelin Zina nach Siuldiukar zu ziehen. Irgendwo in einer Gegend zwischen zwei Flüssen, die Kheldyu genannt wird (was in der Sprache der Region „Eisenhaus“ heißt), führte der Mann seine Enkelin durch einen kleinen, leicht abgeflachten rötlichen Torbogen. Am Ende eines spiralförmigen Ganges stießen sie auf eine Anzahl Metallkammern, in denen sie die Nacht verbrachten. Der Großvater erzählte Zina, dass diese Kammern sogar während der bittersten Fröste warm wie im Sommer seien.

In längst vergangenen Zeiten verbrachten die mutigen unter den Jägern die Nacht in diesen Räumen. Aber danach wurden sie schwer krank. Und die, die mehrere Nächte hintereinander dort geschlafen hatten, starben kurz darauf. Die Jakuten erzählten, dass diese Orte „sehr böse und sumpfig“ seien und dass „Tiere sie mieden“. Wo genau sich diese Gebilde befanden, war nur den Alten bekannt, die als junge Männer Jäger gewesen waren und damals oft dort gewesen waren. Sie führten ein Nomadenleben, und es war überlebenswichtig für sie, die Eigenheiten der Region – wo man hingehen konnte und wo besser nicht – genau zu kennen. Ihre Nachfahren sind längst sesshaft geworden, und so ist dieses Wissen in Vergessenheit geraten.

Im Augenblick bestehen die einzigen Hinweise auf die Existenz dieser Gebilde aus den alten Ortsnamen, die teilweise überlebt haben, und den verschiedensten Geschichten. Allerdings bezeichnet jedes dieser Toponyme Hunderte, wenn nicht Tausende von Quadratkilometern.

Kommentare

15. Dezember 2010, 21:16 Uhr, permalink

Ireneusz Cwirko

Ich möchte darauf hingewiesen haben, dass viele geophysikalische Prozesse gar nicht mit dem Zustand des Inneren der Erde zu tun haben, sondern umgekehrt auf die äußeren kosmischen Einflüsse zurückzuführen sind. Zu den besonders Wichtigen für die Menschen gehören Erdbeben und Vulkanausbrüche.

Warum? Das habe ich auf meiner Internetseite dargestellt:

www.cwirko.de

Jetzt möchte ich hinzufügen, dass der gleiche Mechanismus auch im Falle der Tunguska-Katastrophe die Ereignisse erklären kann.

Dazu müssen wir uns vor Augen führen, dass dieses Ereignis mit einer Sonnenfinsternis in Zusammenhang stand.

eclipse.gsfc.nasa.gov/SEgoogle/SEgoogle1901/SE1908Jun28Agoogle.html

Diese Sonnenfinsternis vom 28.06.1908 würde alleine nicht ausreichen, um den Untergrund der Erde so zu erhitzen, dass das Methan aus dem sibirischen Morast quasi ausgekocht wurde. Sie fand sowieso nicht in Sibirien statt, aber diese spezifische Lage zwischen Mond, Erde und Sonne wurde von noch einem weiteren, sehr seltenen Ereignis begleitet, nämlich von einer Stellung der Planeten Merkur, Venus, Erde und Uranus in einer Linie, und was noch wichtiger war, auf einer gemeinsamen Ebene. In diese Ebene hat sich zusätzlich auch der Mond geschoben.

Man kann sich das Ganze mit diesem kleinen Simulationsprogramm anschauen:

www.fourmilab.ch/cgi-bin/Solar

Man muss nur das Datum einstellen, also 28.06.1908, und die Orbits auf „gleich“ setzen (dann wird es übersichtlicher) und "update" drücken.

Das hat aber zu Folge gehabt, dass es eine extreme Verstärkung der Oszillationen der Materie gab. Zufällig war in diesem Moment ausgerechnet Sibirien auf der Linie, die diese sechs Himmelskörper verbunden hat. Sofort wurde die Materie der Erde in diesem Bereich extrem schnell erhitzt, so dass Unmengen von Methan aus dem Moor austraten. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich dieses explosive Gemisch entzünden würde.

Natürlich darf man sich die Verstärkung der Raumoszillationen nicht zu einfach vorstellen. Es ist ein komplizierter Vorgang von Interferenzen der Oszillationen, die von jedem Himmelskörper ausgesendet werden.

Es kommt auf die Summe der Interferenzen an, und die war am 30.06.1908 ausgerechnet in Sibirien besonders hoch.

Auch hat es das Gebiet getroffen, in dessen Untergrund Unmengen an Methan im Permafrost, aber auch in den unzähligen Tümpeln, in Form von Methanhydrat, lagerten, das aber so nahe der Erdoberfläche sehr instabil ist. Aufgrund der Jahreszeit war die Grenze des Zerfalls von Metanhydraten erreicht und schon eine geringfügige Erhöhung der Temperatur konnte zur Überschreitung führen - und damit zur Freisetzung des Methans. Und tatsächlich hat das Moor der Tunguska so ausgeschaut, als ob es zum kochen gebracht wurde. Wenn man berücksichtigt, dass 1m³ Eis ca. 164m³ Methan freisetzen kann, kann man sich auch vorstellen, welche unglaublichen Mengen an Methan auf einen Schlag freigesetzt wurden.

Die Zündung erfolgte mehrere hundert Meter über der Erdoberfläche aufgrund eines Blitzes.
Dabei kam es tatsächlich zuerst zu einer Implosion, der aber gleich eine Druckwelle folgte. Deswegen die so symmetrische Lage der geknickten Bäume.

Als spätere Folge kam es danach zu einer Serie von Erdbeben und schweren Vulkanausbrüchen, bis die Erde nach ein paar Jahren zu thermischem Gleichgewicht zurückkehren konnte.

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