Das Ufo-Leak des Jahrhunderts

Am 20. April 2019 wird anonym ein Dokument ins Internet hochgeladen, das seither durch die Ufo-Szene geistert. Es ist auf Oktober 2002 datiert und enthält die Notizen eines Gesprächs zwischen dem Astrophysiker Eric Davis, der stets an den äußersten Enden physikalischer Forschung gesichtet wird, und Admiral Thomas Ray Wilson, der noch kurz zuvor Direktor des US-Verteidigungsnachrichtendienstes DIA war. Das Thema? Ufos und die ultrageheimen Programme der US-Regierung, die tief im Budget der Special Access Programs (SAP) vergraben sind. Laut Richard Dolan ist an der Authentiziät des Dokuments nicht zu rütteln, und es bestätigt, was die Szene schon immer munkelte. Eine Analyse.

Die Admiral-Wilson-Dokumente haben frischen Wind in die Ufo-Szene gebracht. Sie beeindrucken nicht durch heischende Enthüllungen, sondern durch ihre Schlichtheit – und bestätigen eine unter Ufo-Forschern schon lange herumgeisternde Geschichte.

Sie sind da.

Die bedeutendsten Ufo-bezogenen Dokumente1 seit vielen Jahren sind durchgesickert – und immer mehr Menschen sprechen darüber. Manche bezeichnen diese Dokumente als das wahrscheinlich wichtigste Ufo-Leak aller Zeiten. Ob dem nun so ist oder nicht, maßgeblich sind sie auf jeden Fall. Die öffentliche Diskussion darüber beginnt gerade erst und wird zweifelsohne das ganze restliche Jahr über und wahrscheinlich auch noch in den kommenden Jahren anhalten – zumindest so lange, bis sie von einem Informationsleck von noch größerer Tragweite abgelöst werden.

Vizeadmiral Thomas Ray Wilson a. D.

Die Rede ist von den Admiral-Wilson-Dokumenten. Ihr Name bezieht sich auf Thomas Ray Wilson, der auf eine lange und erfolgreiche Laufbahn in der US Navy zurückblicken kann. Wilson war von 1999 bis 2002 Direktor des US-Verteidigungsnachrichtendiensts Defense Intelligence Agency (DIA) und zuvor Nachrichtendienstdirektor sowie stellvertretender Nachrichtendienstdirektor für die Vereinigten Stabschefs der USA. Dieser Posten, den Wilson von 1997 bis 1999 innehatte, wird auch mit dem Kürzel J-2 bezeichnet.

Dr. Eric Davis

Die Grundlagen dessen, was Sie gleich erfahren werden, sind einigen Rechercheuren und Ermittlern (unter anderem auch mir) schon seit vielen Jahren bekannt. Viele von uns haben wiederholt über diese Ereignisse diskutiert, konnten aber keine Dokumente vorbringen, um sie zu belegen. Ich berichte darüber, seit ich im Jahr 2007 davon erfahren habe. Andere Persönlichkeiten wie Steven Greer und der mittlerweile verstorbene Apollo-Astronaut Edgar Mitchell bezogen sich immer wieder direkt und indirekt darauf. In jüngster Zeit äußerten sich der Forscher Grant Cameron und der Anwalt Michael Hall öffentlich dazu. Giuliano Marinkovic hat eine hervorragende Chronologie des gesamten Falls zusammengestellt.2 Ich weiß nicht, ob sie vollständig ist, aber sie scheint mir zumindest sehr gründlich recherchiert.

Dr. Harold E. Puthoff, Gründer und Vorsitzender von EarthTech Interna­tional

Nun sei aber verraten, worum es hier eigentlich geht. Die durchgesickerten Informationen beziehen sich auf Aufzeichnungen von Dr. Eric Davis vom 16. Oktober 2002. Wer ist dieser Eric Davis? Ein Wissenschaftler – und mit Sicherheit ein sehr interessanter. In den 1990er Jahren war er jahrelang Mitglied des National Institute for Discovery Science (NIDS), das vom Milliardär Robert Bigelow gegründet und finanziert wurde. Das NIDS war damals eine äußerst wichtige Organisation, die zahlreiche Forschungsbereiche, die mit Ufos und ähnlich gearteten Themen zu tun hatten, mit wissenschaftlicher Exaktheit untersuchte. Darunter zählen beispielsweise das Geheimnis der schwebenden schwarzen Dreiecke oder die bekannt gewordenen Ereignisse auf der Skinwalker-Ranch in Utah, an deren Erforschung Davis prominent beteiligt war.

Das erste Treffen mit Admiral Wilson, 1997

Episode 1: Steven Greer und Edgar Mitchell treffen sich mit Wilson

In seinem Buch „Verborgene Wahrheit, verbotenes Wissen“ schildert Steven Greer sein Treffen mit Wilson, das im April 1997 stattgefunden haben soll. Laut Greers Aussagen ließ er dessen Stab ein Geheimdokument mit Code- und Projektnamen geheimer Programme zukommen und traf sich daraufhin mit ihm. Über die Zusammenkunft schreibt er:

„Sein Mitarbeiter sagte uns, dass der Admiral einige der Codenamen und Projektbezeichnungen tatsächlich hilfreich fände und über verschiedene Kanäle einige dieser Operationen in einer Zelle des Pentagon ausfindig gemacht hätte.
Als Admiral Wilson die Gruppe identifiziert hatte, befahl er der Kontaktperson in dieser supergeheimen Zelle, ihn über das Projekt zu informieren. Die Antwort lautete: ‚Sir, das müssen Sie nicht wissen. Ich kann es Ihnen nicht sagen.‘
Können Sie sich vorstellen, dies als Admiral und J-2, stellvertretende Leiter des Nachrichtendienstes des Vereinigten Generalstabs, gesagt zu bekommen? Er war schockiert und wütend.
Zum Treffen mit dem Admiral begleiteten mich Shari, unser militärischer Berater sowie der Apollo-Astronaut Edgar Mitchell. […]
Während des Briefings diskutierten der Admiral und ich die Gefahr, die von dieser Schattengruppe – die ihn hatte abblitzen lassen – für die Vereinigten Staaten, Recht und Gesetz und die Nationale Sicherheit ausging. Ich wies darauf hin, dass der erste CIA-Direktor, Admiral Roscoe Hillenkoeter, in den frühen 1960ern einen Brief verfasst hatte, in dem er behauptete, dass die Geheimhaltung im Zusammenhang mit Ufos – und nicht die Ufos selbst – eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstelle. Ich berichtete dem Admiral weiterhin, dass diese illegale Gruppe ARV-Technologien besitze, mit denen sie seine B-2-Stealth-Bomber umkreisen könnte. Er dachte einen Moment nach und sagte dann: ‚Von mir haben Sie die volle Erlaubnis, diese Informationen über die Medien zu verbreiten, solange Sie Leute finden, die über die Angelegenheiten Bescheid wissen und öffentlich darüber aussagen wollen! Diese Gruppe ist illegal!‘ Fragt man mich also, wer die Enthüllung unterstützt, dann antworte ich: der stellvertretende Leiter des Nachrichtendienstes des Vereinigten Generalstabs!“

Quelle: Greer, S.: „Verborgene Wahrheit, verbotenes Wissen“ (Mosquito Verlag, 2007), S. 152–153

Episode 2: Richard Dolan kontaktiert Wilson persönlich

Am 19. Dezember 2018 erzählt Richard Dolan in einem Interview mit Jimmy Church, dass er im Oktober 2006 ein Telefonat mit Wilson geführt habe. Dieser sei nach dem Dienst in einem Luft- und Raumfahrtunternehmen tätig geworden und Dolan habe vorgegeben, ein Historiker der Navy zu sein, weshalb es überhaupt zum Kontakt gekommen sei. Dann stellte er ihn zur Rede:

„Wir hatten noch nicht lange miteinander telefoniert, da musste ich es ihm sagen: Sehen Sie, im Grunde rufe ich Sie an, weil ich ein Ufo-Historiker bin und Ihr Name in einem Gespräch gefallen ist. Damit hatte ich seine Aufmerksamkeit. Ich erzählte ihm kurz, was ich von der ganzen Geschichte des Treffens mit Greer und Edgar Mitchell wusste. Das war ziemlich komisch, denn seine Stimmlage – bis dahin war er sehr freundlich, so als ob er sich in seinem großen Bürostuhl zurücklehnte und locker ein längeres Gespräch führen wollte – schoss abrupt in die Höhe. Er schien sehr verärgert zu sein und sagte immer wieder: ‚Ich erinnere mich nur schwach, ich erinnere mich nur schwach.‘ Dann sagte er, das alles Mumpitz gewesen sei. Er sagte, ja, das Treffen fand statt, aber alles andere sei Mumpitz … das waren seine Worte. Ich wusste also, dass ich ihn erreicht hatte, und dann legte er auf. Er beendete das Gespräch einfach so.“

Quelle: FADE TO BLACK Radio, YouTube.com, 20.12.18; https://bit.ly/2xJSbWk

Episode 3: Der Journalist Billy Cox hakt bei Wilson nach

Auch in einem Artikel vom 6. August 2008 schreibt der Ufo-Reporter Billy Cox, dass der pensionierte Wilson zwar das Treffen, nicht aber die ihm zugeschriebenen Aussagen bestätigt:

„‚Es stimmt, dass ich mich mit ihnen getroffen habe‘, sagte Wilson in einem Telefoninterview. ‚Es stimmt aber nicht, dass mir der Zugang zu diesem Material verweigert wurde, denn ich hatte gar nicht danach gesucht. Vielleicht habe ich das ihnen gegenüber offengelassen, aber es hat mich nicht sonderlich überzeugt. Zumindest war es nicht überzeugend genug, um die Zeit meines Personals damit zu vergeuden, die Sache weiterzuverfolgen.‘“

Mitchell soll über die Antwort Wilsons „schockiert“ gewesen sein, wollte aber nicht weiter nachbohren, und Steven Greer bestätigte auf Anfrage alle im Buch getätigten Aussagen – darunter explizit die, dass Wilson eines der Geheimprogramme ausfindig gemacht habe, ihm allerdings der Zugang verweigert wurde.

Quelle: Cox, B.: „Admiral: Never looked for UFO data“ auf DeVoid.Blogs.HeraldTribune.com, 06.08.08; https://bit.ly/2EX5VRB

Davis ist auch ein enger Vertrauter von Dr. Hal Puthoff, dem Eigentümer des wissenschaftlichen Unternehmens EarthTech International, Inc. Dr. Puthoff blickt bekanntermaßen auf ein umfangreiches Wirken in der Welt der Wissenschaft und der Nachrichtendienste zurück. Er entwickelte in den 1970er und 1980er Jahren gemeinsam mit Russell Targ die Protokolle für das geheime amerikanische Remote-Viewing-Programm. Zudem ist er ein Fachmann für Nullpunkt­energie und die sogenannte Metrik der Raumzeit. Diese Fakten sollte man sich kurz auf der Zunge zergehen lassen. Puthoff hat auch mehrmals eng mit Bigelow zusammengearbeitet und ist ein festes Mitglied der To the Stars Academy (TTSA). Ich kenne ihn seit vielen Jahren und habe schon oft meine Überzeugung geäußert, dass er im Hintergrund stets versucht hat, in Sachen Ufo-Enthüllung behilflich zu sein.

Meiner Ansicht nach – und damit stehe ich sicher nicht alleine da – betreiben Davis und Puthoff derzeit die wohl wichtigsten Ufo-bezogenen Forschungen, da sie das mittlerweile berühmte Artefakt aus einem angeblichen Ufo untersuchen, das ein sogenanntes Metamaterial enthält und geradezu unglaubliche Eigenschaften aufweist. Auf dieses Thema bin ich jedoch an anderer Stelle bereits näher eingegangen.3

Im Endeffekt geht es mir darum, dass Eric Davis nicht einfach irgendein Wissenschaftler ist, sondern ein Forscher, der die Randzonen der Wissenschaft sehr zu schätzen weiß und sich ihnen mit einer fundierten Methodologie nähert. Durch seinen guten Kontakt zu Leuten wie Bigelow und Puthoff gelang es ihm offensichtlich auch, zumindest gelegentlich mit einflussreichen Personen wie Admiral Thomas Wilson in Kontakt zu kommen.

Die erwähnten Aufzeichnungen umfassen 15 Seiten und sind unter dem Link in Endnote 1 dieses Artikels zu finden. Davis schrieb sie nach einem Treffen mit Wilson im Oktober 2002 nieder. Es geht darin um eine Reihe von Ereignissen, die im Frühjahr 1997 stattfanden, als Wilson stellvertretender Nachrichtendienstdirektor für die Vereinigten Stabschefs war.

Bei diesem Treffen wurden sehr bedeutungsvolle Dinge besprochen. Es lief darauf hinaus, dass die Existenz streng geheimer Programme zur Untersuchung außerirdischer Raumfahrzeuge und Technologie bestätigt wurde.

Im Lauf der Jahre und Jahrzehnte war immer wieder die Rede davon, dass es solche Programme gibt. Viele Forscher, darunter auch ich, haben oft darüber diskutiert. Die nun durchgesickerten Dokumente sind zwar nicht die ersten ihrer Art, aber die bis jetzt überzeugendsten. Im Gegensatz zu den diversen MJ-12- und Majestic-Dokumenten besteht außerdem kein Zweifel an ihrer Echtheit.

In den Dokumenten wird die Existenz eines solchen Programms zwar nicht durch den US-Präsidenten oder Wilson direkt bestätigt noch sind es Unterlagen, die offiziell der Geheimhaltung unterliegen – doch es handelt sich um sehr glaubwürdige Aufzeichnungen eines Wissenschaftlers, die ursprünglich für einen sehr beschränkten Leserkreis an Kollegen gedacht waren. Die Detailgenauigkeit und die vielen darin erwähnten Namen sind weitere Beweise für ihre Authentizität.

Diese Dokumente wird man nicht als Schwindel oder Fälschung abqualifizieren können. Die üblichen Skeptiker werden bestenfalls behaupten können, dass man den beteiligten Personen absichtlich falsche Informationen zukommen ließ. Wie wir im Folgenden sehen werden, ist aber auch dies kein glaubhaftes Argument.

Ich werde in diesem Artikel die Höhepunkte aus diesen 15 Seiten vorstellen, rate aber jedem Leser, den gesamten Text zu studieren. Die Aufzeichnungen sind – wie bereits erwähnt – auf den 16. Oktober 2002 datiert. In den Dokumenten tauchen Namen auf, die ich bisher nicht kannte, andere wiederum werden jedem sofort vertraut sein. Die meisten der betreffenden Personen lassen sich jedoch im Internet finden.

Das Treffen der beiden Gesprächspartner war für 10 Uhr anberaumt. Wilson tauchte anscheinend mit zehn Minuten Verspätung und in Begleitung zweier uniformierter Navy-Offiziere auf. Der Admiral selbst war in Zivil. Davis und Wilson unterhielten sich etwas mehr als eine Stunde lang auf dem Rücksitz von Wilsons Wagen, der hinter dem Gebäude des amerikanischen Rüstungskonzerns EG&G geparkt war, in dem dessen Abteilung für Sonderprojekte untergebracht war. Interessant dabei ist, dass die Abteilung für Sonderprojekte dieses Unternehmens das „Janet“-Abfertigungsgebäude4 am Flughafen McCarran International5 in Las Vegas betrieb. Die Fluggesellschaft mit dem Akronym Janet ist berühmt-berüchtigt, weil sie Angestellte und Rüstungslieferanten zu abgelegenen Regierungsstandorten in Nevada und Kalifornien fliegt – also zu Orten wie der Area 51.

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