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Die Suche nach der Metallbibliothek

Unter Ecuador und Peru befindet sich ein System von Tunnelnund Höhlen, von dem berichtet wird, daß es eine alte Schatzkammermit Artefakten enthalte. Darin sollen sich zwei Bibliothekenbefinden.

Der dritte Mann

Alles drehte sich um die Person Juan Moricz, aber rückblickend war er das falsche Zentrum des Universums. Von 1969 bis zum Jahr seines Todes 1991 konnte er die Metallbibliothek nicht entdecken. Wie also weiter?

Daß Moricz nicht der Ursprung dieser Geschichte war, bemerkte von Däniken auf Seite 53 in seinem Buch selbst. Im Spiegel-Interview hatte Moricz bestätigt, daß eine ungenannte Person ihm die Höhle gezeigt hatte. Wer aber war diese Person?

Nach Moricz’ Tod beschloss Hall, die Spuren dieses „dritten Mannes“ zu verfolgen, der irgendwo im Schatten verschwunden war. Hall hatte einen Namen – Petronio Jaramillo – aber sonst nichts.

„Moricz starb im Februar 1991“, sagte Hall. „Ich hatte einen Namen und ein Telefonverzeichnis. Aber es gab eine Menge Jaramillos in Quito. Letztendlich fand ich ihn – oder, besser gesagt, seine Mutter. Im September 1991 gab sie mir die Telefonnummer ihres Sohnes. Ich rief ihn an. Er war bereit, mich zu treffen und meinte, er bräuchte drei Tage, um mir alles zu erzählen.“

Jaramillo bestätigte, daß Moricz, als er 1964 in Guayaquil ankam, sich mit dem Rechtsanwalt Dr. Gerardo Peña Matheus zusammentat. Moricz erzählte Matheus von seiner Theorie, daß das ungarische Volk an der Wurzel praktisch jeder Zivilisation stehe. Über seine Bekannten, Fernandez-Salvador Zaldumbide und Alfredo Moebius, traf sich Moricz mit Jaramillo in Moebius’ Haus, und von da an liefen beide Geschichten zusammen. Hall ärgerte sich über sich selbst, denn schon seit 1975 hatten verschiedene Leute versucht, ihn auf Jaramillo aufmerksam zu machen. Trotzdem sollten sich die beiden erst 1991 treffen.

Jaramillo und Hall wurde bewußt, daß ohne Moricz, der sich auf die Cueva de los Tayos (die nicht der wirkliche Standort der Bibliothek war) konzentrierte, die 1976er Expedition die Entdeckung des Jahrhunderts hätte machen können – und was für eine Erfolgsgeschichte wäre das für Armstrong gewesen! Aber die Angelegenheit ist ein zweischneidiges Schwert, denn hätte es Moricz nicht gegeben, wäre die ganze Geschichte niemals auf diese Art verlaufen. Heute ist es Halls größter Wunsch – wenn er die Zeit zurückdrehen könnte – mit Moricz und Jaramillo gemeinsam an einem Tisch zu sitzen. Ihm ist mittlerweile auch bewußt, daß Moricz fest dazu entschlossen war, die Metallbibliothek zu seinem eigenen Vermächtnis zu machen. Als Hall Moricz ein Manuskript der 1976er Expedition zeigte, wollte Moricz es partout nicht zurückgeben. Dieser Vorfall beendete ihre Freundschaft, doch den Grund dafür verstand Hall bis 1991 nicht, als er den Namen Jaramillo auf dem Dokument bemerkte. Ein Name, den Moricz nicht veröffentlicht sehen wollte – wie er auch im Gespräch mit den deutschen Zeitungen 1973 bestätigte. Moricz war unglaublich eigensinnig und gleichzeitig unglaublich loyal, aber offensichtlich auch der falsche Mann und leider im Irrtum, als er dachte, er könne die Entdeckung des Jahrhunderts machen.

Unterirdische Schätze

Jaramillo und Hall wurden Freunde und waren sich darüber einig, daß Jaramillo den Standort der Höhle nicht vorzeitig preisgeben würde. Doch er war bereit, im Detail über ihre Inhalte zu sprechen und weitere Aspekte zu diskutieren, die Hall interessierten.

Von Jaramillo erfuhr Hall die wahre Geschichte der Tayos-Bibliothek – die absolut nichts mit der Cueva de los Tayos zu tun hatte! Jaramillo behauptete, daß er die Bibliothek im Jahr 1946 betreten hätte, als er 17 Jahre alt war. Sie wurde ihm von einem Onkel gezeigt, der nur als „Blanquito Pelado“ bekannt war. Blanquito war offensichtlich ein Freund des ortsansässigen Shuar-Volkes, die ihm als Dank für seine Freundlichkeit und Wohltätigkeit gegenüber dem Stamm ein Geheimnis preisgaben.

Jaramillo betrat das System danach mindestens noch ein Mal. Bei dieser Begebenheit sah er eine Bibliothek mit Tausenden von riesigen, metallenen Büchern, die in Regalen gestapelt waren. Jedes einzelne von ihnen wog im Schnitt 20 Kilogramm, die einzelnen Blätter waren einseitig mit Ideogrammen, geometrischen Zeichen und Inschriften bedruckt. Es gab auch eine zweite Bibliothek, bestehend aus kleinen, harten, glatten und durchsichtigen – scheinbar kristallenen – Tafeln. Auf ihnen waren parallele, überkrustete Linien eingraviert und sie befanden sich in schrägen Regalen, deren Gestelle mit Blattgold überzogen waren. Außerdem gab es Statuen von menschlichen und tierähnlichen Wesen (manche auf schweren Sockeln und Pfeilern), Metallbarren in verschiedenen Formen, ebenso verschlossene „Türen“ – wahrscheinlich Gräber – die mit farbigen Halbedelsteinen bedeckt waren.

Jaramillo berichtete außerdem von einem Sarkophag, der aus einem harten, durchsichtigen Material gefertigt war und in dem sich das goldene Skelett eines großen menschlichen Wesens befand. Kurz gesagt, ein unglaublicher Schatz, der wie als Vorbereitung auf eine kommende Katastrophe versteckt worden war.

Bei einer Gelegenheit zog Jaramillo sieben Bücher aus den Regalen, um sie zu studieren, aber ihr Gewicht hinderte ihn daran, sie wieder zurückzulegen. Das bedeutete aber auch, daß sie zu schwer waren, um sie aus der Bibliothek zu entfernen und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Jaramillo konnte seine Behauptungen nie mit harten Fakten belegen, was erklären könnte, warum er seine Geschichte nicht veröffentlichen wollte.

Hall fragte ihn, warum er keine Photographien gemacht habe. Er sagte, daß dies nichts beweisen würde. Daß etwas zu sehen nicht heißt, es auch zu glauben, bezeugen andere Entdeckungen wie die berüchtigte Burrows-Höhle in den USA. Jaramillo behauptete, daß er seine Initialen in den sieben Büchern hinterlassen habe. Wenn diese Bibliothek also jemals entdeckt würde, könnte man beweisen, daß er bereits dort gewesen war.

Expeditionspläne und Rückschläge

Um Zugang zur Metallbibliothek zu erhalten, wollten Jaramillo und Hall mit vereinten Kräften zu Werke gehen: der eine kannte den Ort, der andere war sehr erfolgreich im Organisieren der dazugehörigen Expedition. Es sollte die „Expedition der Inbesitznahme“ werden.

Zuerst stellte man Kontakte zu verschiedenen Botschaftern und Politikern her; dann wurde die wissenschaftliche Gemeinschaft einbezogen. Der Plan war, daß Jaramillo das Team zum Ort führen sollte, wo es für eine Zeit von drei oder vier Monaten (während der Trockenzeit) bleiben würde, um die Inhalte der Höhle zu katalogisieren und dafür Sorge zu tragen, daß nichts verlorenging. Alles sollte an Ort und Stelle verbleiben. Einzig ein Bericht mit Empfehlungen unter Einbeziehung der UNESCO sollte das Ergebnis der Expedition sein. Im Jahr 1995 aber bombardierten peruanische Flugzeuge eine ecuadorianische Militärbasis, und das Projekt erlitt seinen ersten Rückschlag.

Auf einer großen anthropologischen Konferenz warb Hall 1997 für seine Idee. Sechs Anthropologen trafen sich daraufhin mit ihm und waren an dem Projekt interessiert. Im gleichen Jahr aber gab es in Ecuador einen Regimewechsel (nach Halls Meinung zum schlechteren) und Hall entschied sich, wieder nach Schottland zurückzukehren. (Kurz darauf sollten sich unsere Wege anonym kreuzen.) Dies war dennoch kein Rückschlag, denn die Planungen für die Expedition liefen weiter.

Letztendlich war es im Jahr 1998, als die Expedition einen echten Dämpfer bekam. Am Telefon erfuhr Hall von Petronio Jaramillos Mutter traurige Neuigkeiten: ihr Sohn war ermordet worden. Wurde er aufgrund der Pläne umgebracht, die im Gang waren? Das Leben in Südamerika ist recht billig, wie jeder weiß, der das Land besichtigt oder darin gelebt hat. An diesem Tag trug Jaramillo eine große Summe Geld bei sich. Der Straßenraub ereignete sich in der Nähe seines Hauses. Eine zufällige Gewalttat beendete eine der größten Entdeckungen der Welt bereits in ihren Anfängen.

Es scheint, als ob das Schicksal zwar eine Begegnung von Hall und Jaramillo erlaubte, aber keine Zusammenarbeit – als ob die gemeinsamen Anstrengungen den Zauber, der über der Höhle lag, brechen würden und einen Traum Wirklichkeit werden lassen könnten.

Lage, Lage, Lage

Moricz und Jaramillo waren beide gestorben, Hall mittlerweile in den Sechzigern. Sollte er es alleine wagen und die Metallbibliothek für sich in Anspruch nehmen? Hall ist kein Schatzsucher. Er betont, daß die Region ein – wenn nicht das – echte El Dorado sei. Überall befindet sich Gold, die Gänge sind buchstäblich damit gepflastert. Selbst wenn die Bücher der Bibliothek aus Gold gemacht wären – obwohl Jaramillo nie von Gold, sondern von „Metall“, sprach (tatsächlich scheint es so, als ob zumindest Kupfer beigegeben sei, denn Jaramillo bemerkte eine grünliche Färbung der Bücher) – gibt es mehr Gold außerhalb der Bibliothek als in ihr. Moricz war in dieser Region tätig, weil er außergewöhnliche Goldkonzessionen besaß; sein Interesse an der Bibliothek galt aber ihrem historischem Wert, nicht dem materiellen.

In der Vergangenheit hatten bereits viele Schatzsucher versucht, die Höhle zu öffnen. In den 1960ern kontaktierte Graf Pino Turolla Jaramillo über die gleichen Kanäle, die später Moricz zu ihm führen sollten.

Turolla war von Cayces (Edgar Cayce, ein amerikanisches Medium, d. Übers.) „Hallen der Aufzeichnungen“ besessen, und die Metallbibliothek wäre der letztendliche Beweis für Cayces Prophezeiungen. Aber aufgrund von Turollas Auftreten und seiner Auffassung von Organisation kamen die beiden nie miteinander zurecht. Turolla bedrängte Jaramillo mit Detailfragen, die letzterer nicht preisgeben wollte. Also entschied sich Turolla für eine Suche in der Gegend der Cueva de los Tayos und kehrte mit leeren Händen zurück.

Kommentare

12. Mai 2009, 00:00 Uhr, permalink

Simone

Hallo,
mein Vater war große von Däniken-Fan. Und ich sehe gerade die Bücher durch, um zu entscheiden, ob ich sie behalte oder verkaufe.
Da bin ich auf Seite18 gestoßen, in der ganz klar steht, dass er in der Bibliothek war...
Verstehe ich jetzt nicht...
Eine gute Nacht,
Simone

24. Januar 2010, 13:36 Uhr, permalink

adasdfasdfa

Du bist offenbar "vom Himmel gefallen". Wenn du dich für das Thema interessierst, musst du etwas recherchieren - wie du siehst, will dir niemand das Ganze "servieren". Wenn du nur provozieren willst, bist du hier an der falschen Adresse.

01. Dezember 2014, 15:11 Uhr, permalink

Karl Brenner

Es scheint so, als ob die Zeit für die Freigabe dieses gespeicherten Wissens noch nicht gekommen ist. Da wir aber am Ende einer Ära, in einer Zeit des Überganges leben, wird es wohl bald so weit sein. Ich hoffe es, weil die Menschheit es verdient, aus der Dunkelheit herauszutreten, womöglich in ein zweites Atlantis.
Grüße

14. Mai 2021, 14:08 Uhr, permalink

Manfred Neusser

Ich bin mittlerweile 60 Jahre geworden, ich hoffte immer, dass ich es noch erleben würde. Aber heute glaube ich, dass es wohl keinen ernsthaft interessiert, diesem großen Geheimnis endlich auf den Grund zu gehen. Oder ist es die Angst vor der Wahrheit, dass womöglich doch alles ganz anders war, als uns der Geschichtsunterricht lehrte?

Ich habe vor Jahren nach einem Vortrag um ein Gespräch mit E.v. Däniken gebeten - ohne Erfolg. Damals hatte ich noch Hoffnung, in dem Thema weiterzukommen, aber es soll wohl nicht sein. Schade. So werde ich wohl doch dumm sterben müssen.

Ganz liebe Grüße
mannineusser [at] gmail.com

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