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Frühere Leben, zukünftige Leben und die Zeit

Betrachtet man Karma unter rational spirituellen Gesichtspunkten, die auf moderner wissenschaftlicher Forschung bezüglich vergangener und zukünftiger Leben basieren, dann geht es dabei nicht um Vorherbestimmung und die Reaktion auf vergangene Ereignisse, sondern vielmehr um Wahlmöglichkeiten und Lernprozesse.

Eine seiner interessantesten Testpersonen war Gwen McDonald. Zu Beginn erinnerte sie sich an ein paar unbedeutende Kleinigkeiten aus dem Leben eines Mädchens aus dem 18. Jahrhundert, das Rose Duncan geheißen und in Glastonbury in England gelebt hatte. Als die Frau nach England kam, bestätigten lokale Historiker und Anwohner all diese Einzelheiten – einschließlich wenig bekannter bzw. ehemaliger Namen von Orten und Menschen, nicht mehr gebräuchlicher dialektaler Wendungen sowie einzelner Elemente von Häusern und anderen Gebäuden, so wie sie im 18. Jahrhundert aussahen.

Am erstaunlichsten war ihre beharrlich geäußerte Behauptung, sie sei in einem Bauernhaus gewesen, dessen Fußbodensteine aus der Abtei von Glastonbury entwendet worden seien; in einen davon sei eine merkwürdige Gravur eingemeißelt gewesen, von der sie noch in Sydney eine Skizze angefertigt hatte. Sie führte das Team zu einem halb verfallenen Hühnerstall, und nachdem dieses den Dreck von Jahrzehnten beseitigt hatte, tauchte die Gravur auf, genauso, wie die Frau sie gezeichnet hatte. Ramster und sein Team beschreiben noch viel mehr ähnlich beeindruckende Fälle.

Die andere Art, auf die Rückführungen auf eindrucksvolle Weise Reinkarnation belegen, findet sich bei den Fällen, bei denen unglaubliche therapeutische Erfolge erzielt werden. Viele Pioniere der Rückführungstherapie, die in den 1960ern und 70ern erfolgreich waren, waren ausgebildete Psychologen oder Psychiater mit einer skeptischen oder atheistischen Grundhaltung. Zu ihnen gehören Alexander Cannon, Denys Kelsey, Morris Netherton und Edith Fiore (siehe The Book of the Soul).

Regressionstechnik wurde sporadisch auch schon Jahrzehnte früher angewendet, aber es sieht so aus, als hätten diese Therapeuten sie mehr oder weniger durch Zufall unabhängig voneinander entdeckt, und zwar häufig, wenn sie Patienten in deren Kindheit zurückführten. Unpräzise Aufforderungen werden von Personen unter Hypnose wörtlich genommen, und wenn Patienten z.B. aufgefordert wurden, noch weiter zurückzugehen, dann fingen sie plötzlich an, Ereignisse zu beschreiben, die in keinem Zusammenhang zu ihrem derzeitigen Leben stehen konnten.

Verblüfft experimentierten die Pioniere weiter und fanden heraus, dass in vielen Fällen ernste psychologische und psychosomatische Störungen – die nach jahrelanger konventioneller Therapie unverändert andauerten – manchmal mit der Rückführungstherapie schon nach wenigen Sitzungen vollkommen verschwanden. Und die Therapie war sogar unabhängig davon erfolgreich, ob der Patient oder der Therapeut an Wiedergeburt glaubten. Diese generelle Erfahrung überzeugte die Pioniere davon, dass es sich nicht um einen Placeboeffekt handelte, und dass Reinkarnation ein Fakt ist.

Doch auch gesetzt den Fall, Materialisten könnten all diese verschiedenen Beweise nicht erschöpfend erklären, gibt es vielleicht dennoch andere paranormale Erklärungen dafür, die nichts mit Reinkarnation zu tun haben? Ein Vorschlag lautet hier, dass in den Versuchpersonen mittels der Gene überlieferte Urerinnerungen geweckt werden. Allerdings folgen viele Erinnerungen zeitlich kurz aufeinander, und trotzdem wechselt die betreffende Person dabei nicht nur den Kontinent, sondern gelegentlich auch die Rassenzugehörigkeit, und das in Zeiten, in denen die Menschen noch nicht so mobil wie heute waren. So liegen die verschiedenen Leben bei Stevensons Fällen oft nur wenige Jahre auseinander, und die beiden Familien, um die es jeweils geht, sind nachweislich nicht miteinander verwandt.

Der andere, ebenfalls paranormale Erklärungsversuch zielt darauf, dass die Personen an eine Art universales Gedächtnis oder Bewusstsein rühren, und dass die vergangenen Leben, zu denen diese Personen dabei Zugang haben, gar nichts mit dem Individuum zu tun haben, das die Erinnerung hat. In diesem Fall wären allerdings die Therapieerfolge unerklärlich. Zudem sind bei den meisten Rückführungen eindeutig persönliche, individuelle Beziehungen zwischen den beiden Leben zu erkennen, was das Karma angeht.

Dies ist nirgendwo offensichtlicher als bei den besonders außergewöhnlichen Fällen Stevensons – denen von Kindern, die mit auffälligen Geburtsmalen und Defekten zur Welt kamen. Stevenson stellte Nachforschungen an, las Autopsieberichte und Ähnliches, und fand heraus, dass bei einer Anzahl von Fällen die Male und Defekte genau mit den Wunden übereinstimmten, an denen die Personen gestorben waren, die die Kinder behaupteten, gewesen zu sein, und über die sie zudem weitere überprüfbare Angaben gemacht hatten.

Diese Fakten stützen nicht nur die Theorie von der Reinkarnation der individuellen Seele, diese Geburtsmale und Defekte liefern auch den überzeugendsten Beweis dafür, dass überlieferte Konzepte von Karma unangemessen sind – auch wenn ihre Bedeutung bisher nicht richtig erkannt wurde; dienen sie doch dazu, auf Karma als Motor der Schicksals zu verweisen. Auch Stevenson selbst nahm dies nicht so wahr, denn er wahrte stets eine professionelle Distanz und verzichtete auf Äußerungen bezüglich der weiter reichenden Konsequenzen seiner Forschung. Die betroffenen Personen verbringen ihr gegenwärtiges Leben mit etwas, das ihnen wie eine „körperlich Strafe“ vorkommt, und dennoch waren sie in ihrem vorherigen Leben in den meisten Fällen vollkommen unschuldige Opfer. Wie kann man das mit der Vorstellung von Karma als einem Prozess von „Aktion und Reaktion“ vereinbaren? Die Antwort, so meine Schlussfolgerung, lautet: gar nicht.

Die moderne Zwischenlebensforschung zeigt, dass weiter fortgeschrittene Seelen nicht nur ihre vergangenen Leben detailliert analysieren, sondern auch ihre nächsten regelrecht planen. Und wenn sie dabei widrige Umstände wählen, etwa körperliche Behinderungen oder finanzielle oder emotionale Entbehrungen, dann tun sie dies als Teil eines Lernprozesses, um ihr Karma zu verbessern. Die Forschung zeigt auch, wie auf der anderen Seite weniger fortgeschrittene Seelen häufig alle Ratschläge zur Analyse und Planung im Zwischenleben ignorieren, was zur Folge hat, dass ihr Leben Wiederholungsmuster aufweist.

Wenn sie als Resultat daraus dennoch immer wieder mit ähnlich widrigen Umständen konfrontiert werden, so geschieht dies, damit sie erneut die Gelegenheit erhalten, die Lektion zu lernen, die sie bisher nicht begriffen haben – und eben nicht, um sie zu bestrafen oder weil eine Dynamik von Aktion und Reaktion diesen Prozess auslöst. Die schwierigste Prüfung besteht darin, negative Emotionen wie Hass, Angst, Eifersucht oder Rachsucht entweder während des fleischlichen Lebens oder während des Zwischenlebens vernünftig zu assimilieren, so dass diese Emotionen das Karma nicht mehr negativ belasten.

Die unglücklichen Menschen mit den Geburtsmalen und Defekten haben ganz offensichtlich aufgrund des Fehlens einer sinnvollen Zwischenlebenserfahrung solche starken Emotionen aus ihrem vergangenen Leben bewahrt, anstatt sie zu neutralisieren, so dass sie in ihren nächsten Körper eingeprägt waren – obwohl dies solchen Personen auch in konstruktiver Weise als Erinnerung daran dienen kann, dass sie Emotionen aus der Vergangenheit in sich tragen, die bewältigt werden müssen.

Kommentare

31. August 2015, 11:43 Uhr, permalink

Dr.Goltz

Sehr geehrter Herr, liebe Dame,

versuchsweise mich an spätere Inkarnationen heranträumend, 2 sind dabei, eine in der Zeit der Kriege in etwa 1700 Jahren, die andere in der Zeit der Flucht zum Mars, in etwa in 2000 Jahren, versuche ich mein in früheren Inkarnationen, leichthin gesagt, man darf ja etwas meinen,erworbenes Wissen unter die Leute zu bringen, derzeit im Urknall der Weisheit, einfältig genug, publizierend.

Ich hoffe Ihnen mit meiner Auskunft wie folgt dienlich gewesen zu sein: es dreht sich um die Parameter, Liebe, Hoffnung, Glaube.

Hochachtungsvoll.

Dipl.-Ing.Dr.phil.Goltz

30. November 2015, 09:26 Uhr, permalink

Dr. Goltz

Das was zählt, ist der jeweilige Augenblick.Bildet man sich ein, dass es was späteres gibt, dass man gar Einblick in spätere Leben gewinnt, kann dies zur Bereicherung des Augenblickes führen, ohne allerdings den Anspruch erheben zu dürfen, dass irgendwas klar ist usw..Zum einen gilt dies, zum anderem eben auch, dass es interessant sein kann, durchaus interessant sein kann, sich vorzustellen, wie´s so läuft, darauf anspielend, dass es introspektive Tunnelblicke geben könnte, das Moment des Tunneleffektes ausnützend usw..Zukunft und Gegenwart sind ansich eins, gesehen vom tiefsten Grund der Dinge usw..Die später inkarnierte Person wird gemeinhin keine Ahnung haben davon, in der Gnade des Augenblicks ist die Einsicht in spätere Leben möglich gewesen, nicht mehr als das.Der Mensch denkt, Gott lenkt. Jedem das seine.

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