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Gen-Produkte – die Mythen-Industrie

Biotech-Unternehmen und einige Staaten drängen weiterhin auf eine noch umfassendere Freisetzung gentechnisch modifizierter Organismen (GMOs) in unsere Umwelt und Lebensmittelversorgung. Gleichzeitig aber nimmt der Widerstand gegen GMOs weltweit zu – und in vielen Regionen geht der Anbau solcher Pflanzen bereits zurück.

GMO-Mücken-Experimente in Malaysia

Etwa 6.000 transgene Mücken, mit deren Hilfe man das Dengue-Fieber bekämpfen will, wurden am 21. Dezember 2010 in Malaysia freigesetzt. Das Malaysian National Biosafety Board (Staatliche Behörde für Biosicherheit; NBB) hatte die Freisetzung genetisch modifizierter Gelbfiebermücken am 5. Oktober 2010 genehmigt. Das gentechnische Verfahren, mit dem die Mücken hergestellt wurden, gehört der in Oxford ansässigen Firma Oxitec, einer Ausgliederung der Universität Oxford. Oxitec besitzt ein Patent auf die genetische Modifikation der männlichen Mücken. Diese paaren sich mit wildlebenden weiblichen Mücken, und deren Nachkommen sterben dann bereits im Larvenstadium. Dadurch wird die Gelbfiebermückenpopulation reduziert und die Verbreitung des durch Mücken übertragenen Dengue-Fiebers eingedämmt. Oxitec hat dem Vernehmen nach mit schweren finanziellen Problemen zu kämpfen. Wenn das Mückenprogramm des Unternehmens jedoch bewilligt wird, könnte das dazu führen, dass immer wieder GMO-Mücken freigesetzt werden und der Firma fortlaufenden Umsatz bringen.

Da die malaysische Landmasse nicht isoliert, sondern anderen Ländern benachbart ist (und da Mücken keine Staatsgrenzen anerkennen), werden durch den Import und die Freisetzung der GMO-Mücken möglicherweise internationale Gesetze gebrochen, da der grenzüberschreitende Transport von gentechnisch modifizierten Organismen durch das Cartagena-Protokoll über die biologische Sicherheit reguliert ist.

Labortests haben ergeben, dass zirka 34 Prozent der Nachkommen von männlichen GMO-Mücken und wildlebenden Weibchen überleben, obwohl sie genetisch eigentlich auf Sterben programmiert sind. Das Fortbestehen dieser transgenen Organismen in der Umwelt könnte unbekannte und möglicherweise gefährliche Folgen haben. Zusätzlich baut die Strategie, nur männliche Mücken freizusetzen, die keine Krankheiten übertragen, einzig und allein auf der Trennung der kleineren männlichen Mückenlarven von den weiblichen auf – ein Verfahren, das viele Möglichkeiten für menschliches und mechanisches Versagen bietet.

Sollte dieses Experiment tatsächlich zu einer Verkleinerung der Gelbfiebermücken-Population führen, dann besteht berechtigte Sorge, dass dadurch die Verbreitung der Asiatischen Tigermücke zunehmen könnte, die ebenfalls Dengue-Fieber und Chikungunya (eine ähnliche tropische Infektionskrankheit) überträgt. Daher bestehen starke ethische Bedenken, ob man die Malaysier und ihre Umwelt einem solchen Risiko aussetzen soll.

Oxitec ist übrigens die Firma, die auch hinter den umstrittenen GMO-Mückenversuchen der Jahre 2009 und 2010 auf den Kaimaninseln steckte. Damals wurde die Öffentlichkeit nicht informiert, was zu offiziellen Überprüfungen durch britische Behörden und das EU-Parlament führte.

Anmerkung der Red.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen redigierten Auszug aus dem Bericht „Wer profitiert von GMO-Pflanzen? Eine Mythen-Industrie“ vom Februar 2011 (Ausgabe 212), der vom internationalen Sekretariat der Organisation Friends of the Earth International veröffentlicht wurde. Aus Platzgründen können wir hier nicht den gesamten Text abdrucken; Sie finden ihn jedoch, mit sämtlichen Fußnoten, unter: http://tinyurl.com/4ndgz5t

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