Nach 50 Jahren zurück zum Mond?

8. Oktober 2018

Mondlandung-ZeitungIn einem Gespräch mit dem Astrophysiker Prof. Harald Lesch erörtert der deutsche Astronaut und Professor für Astronautik und Weltraumstationen Reinhold Ewald, warum es in den letzten 50 Jahren keine Mondlandung gegeben habe. NEXUS-Leser kennen bereits die Artikel des NASA-Insiders Phil Kouts, der aus den nie wiederholten Mondflügen schließt, die Amerikaner seien womöglich niemals dort gewesen (vgl. NEXUS 55, 59 und 66).

Ewald, der 1997 auf der Raumstation Mir im Einsatz war, erklärt zunächst, das Interesse der Raumforschung sei nicht mehr hauptsächlich auf dem Mond gerichtet. Es gebe genügend andere interessante Dinge im All, und selbst private Raumfahrtunternehmen wie Teslas SpaceX seien eher auf den Mars fokussiert als auf den Erdmond. Auch habe die internationale Raumfahrtgemeinde ihre Schlüsse aus den Mondmissionen gezogen und sei bis heute dabei, die gewonnenen Erkenntnisse zu verarbeiten und gegebenenfalls umzusetzen. Hinzugekommen sei vor allem ein erhöhtes Risikobewusstsein. So habe man beispielsweise zwischen zwei Apollomissionen solare Ausbrüche beobachtet, die den sicheren Tod für Astronauten im All bedeutet hätten. Theoretisch sei man in der Lage, einen bemannten Mondflug zu wiederholen, doch ohne den Rückenwind infolge des Pioniergeistes und ohne den Wettbewerb aus den Zeiten des Kalten Krieges überwiege das Risikobewusstsein, zumal der Nutzen einer solchen Mission umstritten sei. Mit anderen Worten: Die Mondlandung war politisch motivierter Leichtsinn, den man nicht wiederholen möchte.

Allerdings spricht Ewald sich für eine wiederholte Mondlandung aus. Zum einen, um für eine bemannte Marsmission zu üben – Materialien nutzen, Habitate aus lokalen Ressourcen bauen (in situ ressource utilization). Zum zweiten eigne sich der Mond als Startpunkt für bemannte Marsflüge – die allerdings in weiter Ferne lägen –; zum dritten sei eine internationale Mondmission potenziell friedens- und identitätsstiftend für die Menschheit als Ganzes.

Eine regelmäßige Medienberichterstattung von einer Mondstation aus könne beispielsweise ein Bewusstsein für die Möglichkeit schaffen, auch knappe Ressourcen intelligent und solidarisch so zu nutzen, dass es allen Beteiligten nütze – etwas, das der Menschheit bisher nicht gelänge. Doch wenn es auf dem lebensfeindlichen Mond möglich sei, dann auf der Erde erst recht.

Es bleibt abzuwarten, ob und mit welcher Zielsetzung die NASA, ESA oder Privatunternehmen den Mond erneut in den Fokus nehmen. Bis das geschieht, wird die Diskussion um die Echtheit der vergangenen Mondmissionen ein Streitthema bleiben – zumindest für jene Kritiker, die selbst nicht dabei waren.

Quelle: Youtube.com (Terra X – Lesch & Co.), 03.10.2018; https://youtu.be/L6BTJZmLmAQ

Lesen Sie dazu auch folgende Artikel

Jay Weidner: Wie Stanley Kubrick die Apollo-Mondlandungen fälschte (NEXUS 31)

Jay Weidner: „Die Geheimnisse von 'The Shining'“ (NEXUS 32)

Phil Kouts: „Woran scheitert die Mondbasis?“ (NEXUS 55)

Phil Kouts: „NASA-Amnesie: Aus Apollo nichts gelernt?“ (NEXUS 59)

Phil Kouts: „Der lange Weg zur Mondbasis Apollos Reise in die Bedeutungslosigkeit“ (NEXUS 66)

Kommentare

18. Oktober 2018, 12:05 Uhr, permalink

SpaceX oder ex Space?

Vielleicht sind die Zeiten der Raumfahrt einfach vorbei. Wenn das durch eine fleischliche Macht so gewollt ist, wird auch Tesla scheitern. Zu meiner Zeit hieß Mars übrigens noch Rider und war sehr einfach zu erreichen. #Mandelaeffekt

12. Dezember 2018, 12:50 Uhr, permalink

földeak werner

es ist interessant, daß derzeit des öfteren der mars durch fernsehfilme in das interesse des bürgers geschoben wird. es muß toll sein auf eine reise ohne wiederkehr geschickt zu werden, wir sollen darauf vorbereitet werden eine marsmission als normal zu empfinden. l.G. w.f.

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