Das Erspüren seismischer Wellen
Ein vielleicht besonders dramatischer Typus feinfühliger Personen sind diejenigen Menschen, die einem Erdbeben vorausgehende, seismische Wellen nicht nur spüren, sondern auch bestimmen können, aus welcher Richtung sie kommen. Sandy Awerkamp aus Südkalifornien ist eine dieser „Erdbebenwellen-Fühligen“, und ihre Treffsicherheit ist geradezu unheimlich.
„Noch im Jahr ’97 war mir nicht klar, warum diese Bewegungen, die ich heute als Wellen bezeichne, jedesmal zunehmen, wenn wir kurz vor einem größeren Erdbeben stehen“, sagt Sandy. „Nachdem ich einige Jahre lang Aufzeichnungen gemacht und diese mit den Erdbeben abgeglichen hatte, wußte ich, daß die Wellen mit den Beben in Zusammenhang stehen.“
„Besonders beeindruckend war das Northridge-Beben (am 17. Januar 1994 mit der Stärke 6,7) aufgrund der vielen Leben, die ihm zum Opfer fielen“, fährt Sandy fort. „Am Freitag vor dem Beben war ich gerade mit der Arbeit fertig und wollte zur Tür hinaus, als ich kurz innehielt, weil mir schwindelig wurde. Ich stand einen Moment lang einfach da, und die Empfangsdame fragte mich, was los sei. ‚Sie werden denken, ich sei verrückt’, platzte ich heraus, ‚aber L.A. wird in den nächsten Tagen von einem Beben heimgesucht werden, und dieses Beben wird anders sein als sonst.’ Natürlich lachte sie mich aus, fragte mich aber dennoch, woher ich das wisse und was ich mit ‚anders als sonst’ meine. Ich wußte nicht, wie ich ihr erklären sollte, daß mir vor großen Erdbeben immer schwindelig wird, daß das Schwindelgefühl dieses Mal aber wie ein plötzlicher Stoß von Norden her gekommen war, wo von uns aus gesehen L.A. liegt. Als ich am Tag nach dem Beben wieder zur Arbeit ging, begrüßte mich die Empfangsdame mit den Worten ‚Bleiben Sie mir vom Leib, Sie Psychopathin!’. Der Ausdruck auf ihrem Gesicht und ihre Worte an jenem Tag sagten mir, daß ich ihr wirklich Angst eingejagt hatte, und seither begegnet sie mir anders als zuvor.“
„Einige Monate vor dem Hector-Beben [am 16. Oktober 1999 mit der Stärke 7,0] bekam ich meinen ersten Computer und stieß auf eine Website, auf der man Vorhersagen veröffentlichen konnte. In der Nacht des Bebens bei Hector Mine stellte ich meine erste öffentliche Voraussage ins Internet, in der ich ein Beben von mindestens der Stärke 6 ankündigte, das sich innerhalb der nächsten 24 Stunden in einem Radius von 32 Meilen um Big Bear herum ereignen werde. In der Anleitung stand, daß die Genauigkeit der Voraussage automatisch mit 100 % angegeben werde, sofern man nicht selbst eine andere prozentuale Wahrscheinlichkeit angebe. Ich gab keine Prozentzahl ein“, sagt sie. „Als wir an diesem Morgen aus dem Bett katapultiert wurden, kämpfte ich gegen meine Tränen.“
„Ich war aufgeregt, wenn auch verängstigt“, fährt Sandy fort, „weil ich endlich an die Öffentlichkeit gegangen war und nicht wußte, wie die Leute es aufnehmen würden. Kurzzeitig mischte sich Wut in meine Gefühle, weil manche mir mit den Worten ‚Toller Treffer!’ gratulierten. Ich wußte nicht, wie ich darauf reagieren sollte, denn in meinen Augen ist das Vorhersagen eines Erdbebens nichts, das einen mit Stolz erfüllt.“
Nachdem ihre Treffsicherheit nun außer Zweifel steht, ist Sandy interessiert herauszufinden, wie andere mit den Informationen umgehen, die sie vor einem möglicherweise verheerenden Erdbeben empfangen. Das, was sie erfährt, vertraut sie ihrer Familie an. „Meine Familie fragt mich regelmäßig, ob es bald irgendwelche Beben geben werde, aber ich bitte sie immer, alle Informationen für sich zu behalten, weil ich weiß, daß sie damit umgehen können und nicht in Panik geraten.“
Sandy hat für sich beschlossen, keine Vorhersagen mehr ins Internet zu stellen. „Ich habe erkannt, daß das Veröffentlichen von Vorhersagen auf einer Website für die Wissenschaft keinerlei Beweise bereithält, daher habe ich mich in den vergangenen Jahren darauf konzentriert, jemanden mit geeigneten Instrumenten zu finden, um diese Wellen aufzuspüren.“
Erdstrahlen sind Wirklichkeit
Seit einigen Jahren untersuche ich Sandys Feinfühligkeit und gleiche die Ergebnisse mit speziellen Instrumenten ab, die diese einem Beben vorausgehenden Wellen sichtbar machen.1 Sandy ist hundertfach genauer als alle Sensoren. Sie kann die Strahlen, die den San-Andreas-Graben entlanglaufen, spüren und ihren Ursprung orten, selbst von ihrer entfernten Position im Süden von Los Angeles aus. Es hat 13 Jahre Arbeit in Anspruch genommen, um spezielle elektronische Sensoren zu entwickeln, die diese rätselhaften Strahlen aufspüren können. Sandy jedoch weist einfach in eine bestimmte Richtung und gibt Auskunft darüber, wie diese Wellen beschaffen sind – ob sie „rollen“ oder stoßweise kommen – und wie stark das bevorstehende Beben sein wird. Noch immer staune ich darüber, wie der menschliche Körper auf derartige Reize zu reagieren vermag.
Wendy Park aus Portland im US-Bundesstaat Oregon spürt ebenfalls seismische Wellen. Sie steht im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur staatlich geprüften Krankenschwester (RN) an der Universität von Portland. Da Wendy in ihrer Ausbildung gelernt hat, die FFT-Diagramme („fast Fourier transforms“ – schnelle Fourier-Transformationen) der seismischen Instrumente zur Erdbebenvorhersage in meinem Labor zu lesen, ist sie mit den Phasen dieser Typen von Erdstrahlen vertraut und ruft jedesmal im Labor an, wenn sie starke seismische Wellen spürt, da die Instrumente und Daten ihr bestätigen können, wann die Erde aktiv ist. Andere Feinfühlige merken meist erst nach vielen Jahren, daß ihre Symptome mit der Erde in Verbindung stehen. Wendys Wahrnehmungen stellen darüber hinaus eine hervorragende Vergleichsmöglichkeit zwischen den Instrumenten und den Vorhersagen durch ihre Feinfühligkeit dar.
In meinem Labor im nördlichen Oregon laufen die Instrumente rund um die Uhr und empfangen so alle Erdstrahlen der nordwestlichen Pazifikregion. Ein zweites Instrumentensystem ist zwischen dem öffentlichen Stromnetz und der Erdkruste geschaltet. Dieses zweite System wird auf einer speziellen Frequenz betrieben, so daß die Erdkruste und das Stromnetz gemeinsam ein riesiges Antennensystem bilden, das sich von Südkalifornien bis nach Kanada erstreckt. Starke Erdstrahlen vor einem Beben sind selbst noch in Alaska und auf den Aleuten zu spüren. Mit Hilfe des leistungsstarken Antennensystems läßt sich die Erdkruste überprüfen. Die Größe der Antenne entspricht 333.396 Quadratmeilen bzw. 863.497 Quadratkilometern. Sie ist die größte der Welt. Selbst weit entfernte, starke Strahlen werden durch die Erdkruste geleitet und so indirekt auch in das Antennensystem.
Das individuelle Erscheinungsbild der Ohrgeräusche, die feinfühlige Menschen wahrnehmen, spiegelt sich in den Aufzeichnungen der Instrumente der eingefangenen Erdstrahlen wider. Auf jedem Breitengrad der Erde haben diese Strahlen eine andere Frequenz und andere Oberwellen. Diese Einzigartigkeit wird sichtbar, wenn man die Töne und Wellen mit Hilfe von Geräten zur Spektrumanalyse zerlegt, mit denen man FFTs durchführen kann.
Die Erforschung der SignaleWie nun sind diese rätselhaften Erdsignale beschaffen? Sind es Töne oder aber elektrische Impulse im Zellgewebe der Erde, die nur als Ton empfunden werden?2




Kommentare
09. September 2010, 22:06 Uhr, permalink
Sabine Spillmann
Sehr geehrte Damen und Herren,
mehr durch Zufalll bin ich auf Ihre Seite gestoßen: "Phantomschmerzen als Früherkennung von Erdbeben", www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/phantomschmerzen-als-frueherkennung-von-erdbeben/2, wo es u. a. auch um das Erspüren seismischer Wellen geht.
Ich fand diesen Bericht sehr interessant, zumal ich bei mir daheim in Freiburg/Breisgau schon selber Erdbeben (Oberrheingraben) erlebt habe (meist eher kleinere), eines davon allerdings war deutlich heftiger, hatte sogar die Stärke 5,4 auf der Richterskala. Schon circa einen Tag vor diesem Erdbeben hatte ich ein "undefinierbares, seltsames Bauchgefühl", das nicht verschwinden wollte. Es nahm soweit zu, dass ich eine innere Unruhe bekommen habe und an "Erdbeben" denken musste. In der Nacht vor dem Erdbeben fand ich bis ca. 2.45 Uhr keinen Schlaf, wusste "gleich passiert etwas" ... Schließlich übermannte mich die Müdigkeit dann doch. Kaum war ich eingeschlafen, wurde ich nur wenige Minuten später durch ein heftiges Erdbeben aus dem Schlaf gerissen - da wusste ich Bescheid!
Das Beben hatte (wie oben erwähnt) die Stärke 5,4 auf der Richterskala, das Epizentrum lag im "Raum Freiburg"! Es war für diese Region ein wirklich starkes Beben, noch in 250 km Entfernung spürbar, richtete nicht unerheblichen Schaden an. Also hatte ich wohl doch eine Art "Vorahnung"?
Mit freundlichen Grüßen
Sabine Spillmann
09. September 2010, 22:11 Uhr, permalink
Sabine Spillmann
Zur Information: Dieses von mir erwähnte Erdbeben war am 05.12.2004, nachzulesen auch auf der Homepage des Geologischen Landesamtes: www.lgrb.uni-freiburg.de ---> Erdbebendienst
04. April 2011, 19:28 Uhr, permalink
Georges Bourbaki
Ein Messgrerät zur genauen Bestimmung der die Erde innerhalb unserer galaktischen Struktur beaufschlagenden Ätherwinde wurde am 7. Dez. 1995 unter der Nummer 42 42 765 als Deutsches Patent registriert.
Die auftretenden Ätherwinde werden dabei von den stellaren Körpern beispielsweise unseres Planetensystems stark abgebremst, was u.A. das terrestrische Magnetfeld zur Folge hat.
Unser Planetensystem kann dabei bei seiner Wanderung durch die eigene Galaxie wahlweise von oben oder von unten her von diesen stark turbulenten Ätherwinden angeblasen werden, was dann auch dieses sehr abrupte, unregelmäßige Umklappen des terrestrischen Magnetfeldes zur Folge hat, so wie dies aufgrund eingefrorener Magnetausrichtungen in Gestein gut dokumentiert werden kann.
In den Jahren 1921-26 wurde von Dayton Miller, dem damaligen Präsidenten der amerikanischen Physical Society, auf dem etwa 1750 m hohen Mt. Wilson ein tages- und jahreszeitlich schwankender Ätherwind von etwa 15 km/h gemessen. Wichtiger war dann allerdings der Umstand, dass D. Miller aufgrund einer Extrapolation von über einem Jahr verteilter Messdaten bestimmen konnte, dass die Erde zumindest damals draußen im Weltraum von einem Ätherwind mit 208 km/h aus südlicher Richtung angeblasen wurde.
Jetzt ist insoweit ein besonderer Fall eingetreten, weil nach einer langen Reihe von stabilen Daten der Position und der Intensität des terrestischen Magnetfeldes nunmehr der terrestrische Magnetpol pro Jahr den enormen Wert von 50 km pro Jahr wandert, wärend die Intensität des Magnetfeldes gleichzeitig abnimmt.
Daraus kann eigentlich nur geschlossen werden, dass demnächst ein erneuter Wechsel der terrestrischen Magnetfeldausrichtung ansteht, was insoweit sehr probelmatisch zu werden verspricht, weil in den letzen drei Jahren überall auf der Erde starke Erdbeben auftraten, so wie gerade jetzt in Japan mit den sehr dramatischen Folgen durch den dadurch hervorgerufenen Tsunami und den atomaren GAU in Fukushima.
Da die Menschheit innerhalb ihrer überlieferten Geschichte noch nie so eine Umpolung des terrestrischen Magnetfeldes mitgemacht hat, wissen wir auch nicht, was da auf die gesamte Menschheit zukommen wird (Angeblich sind die Dinosaurer bei so einer Gelegenheit ausgestorben!). Es wäre also durchaus sinnvoll, wenn die Menscheit als Ganzes diese Art von "kosmischer Großwetterlage" etwas eingehender studieren würde, weil die Menschen in ihrer Gesamtheit auf dieser Erde leben und somit ganz zwangsläufig dieser "kosmischen Großwetterlage" ausgesetzt sind, ob sie das nun möchten oder nicht.
Georges Bourbaki, München
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