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Organtransplantation und das Gedächtnis der Zellen

Viele Empfänger verpflanzter Organe zeigen später Verhaltensweisen und Vorlieben, die nur von den Spendern der Organe herstammen können.

Die Freundin des Empfängers sagte:

„Er ist jetzt ein viel besserer Liebhaber. Natürlich war er vorher schwächer, aber das ist es nicht. Es ist als kenne er meinen Körper genauso gut wie ich. Er möchte kuscheln, mich festhalten und sich viel Zeit nehmen. Er war schon vorher ein guter Liebhaber, aber nicht so. Es ist einfach anders. Er will mich dauernd in den Arm nehmen und einkaufen gehen. Meine Güte, er wollte nie einkaufen gehen! Und wissen Sie was: Jetzt hat er eine Handtasche. Er hängt sie über die Schulter und nennt sie seinen Beutel, aber es ist eine Handtasche. Er hasst es, wenn ich es sage, aber mit ihm ins Shoppingcenter zu gehen ist, als hätte man eine Freundin dabei. Und noch was. Er liebt Museen. Früher wäre er da auf gar keinen Fall reingegangen. Jetzt würde er am liebsten einmal die Woche gehen. Manchmal steht er minutenlang vor einem Gemälde ohne zu sprechen. Er liebt Landschaftsmalereien und starrt sie einfach nur an. Manchmal lasse ich ihn einfach dort stehen und komme später wieder.“

4. Fall

Der Spender war ein 17-jähriger schwarzer Schüler, der von einer Kugel aus einem vorbeifahrenden Auto getötet wurde. Der Empfänger ist ein 47-jähriger weißer Arbeiter in einer Gießerei, der an Aortenstenose litt.

Die Mutter des Spenders berichtete:

„Unser Sohn war auf dem Weg zum Geigenunterricht, als er erschossen wurde. Niemand weiß, wo die Kugel herkam, sie traf ihn einfach und er fiel auf den Boden. Er starb noch dort auf der Straße, die Arme um den Geigenkasten geschlungen. Er liebte Musik und seine Lehrer sagten, er sei sehr begabt. Er hörte Musik und spielte dazu. Ich glaube, er hätte eines Tages in der Carnegie Hall gespielt, aber die anderen Jungs habe sich immer lustig gemacht über die Musik, die er hörte.“

Der Empfänger berichtete:

„Es tut mir wirklich leid für den Jungen, der gestorben ist und mir sein Herz gespendet hat, aber ich habe ein echtes Problem damit, dass er schwarz war. Ich bin kein Rassist, nicht dass Sie das denken, überhaupt nicht. Die meisten [meiner] Freunde in der Fabrik sind schwarz. Aber die Vorstellung, dass da ein schwarzes Herz in einem weißen Körper ist, scheint mir wirklich ... also ich weiß nicht. Ich sagte zu meiner Frau, dass mein Penis jetzt vielleicht so groß wie der eines Schwarzen wird. Man sagt, Schwarze haben einen größeren Penis, aber ich weiß nicht, ob das stimmt. Nach dem Sex fühle ich mich manchmal schuldig, weil ein Schwarzer mit meiner Frau geschlafen hat, aber das meine ich nicht wirklich ernst.

Da ist allerdings noch etwas. Ich habe klassische Musik immer verabscheut, jetzt liebe ich sie. Und ich weiß, dass es nicht an meinem neuen Herzen liegt, denn ein Schwarzer würde sich dafür nicht interessieren. Die Musik beruhigt mein Herz. Ich spiele sie ständig. Sie gefällt mir wahnsinnig gut. Ich habe keinem von meinen Kumpels erzählt, dass ich ein schwarzes Herz habe, aber ich denke viel darüber nach.“

Die Frau des Empfängers berichtete:

„Es war sehr beunruhigt, als er erfuhr, dass es das Herz eines Schwarzen ist. Er fragte mich tatsächlich, ob er den Arzt bitten solle, ob er warten könne, bis ein weißes Herz käme. Er ist kein Archie Bunker, aber es fehlt nicht viel. Er würde mich umbringen, wenn er wüsste, dass ich das erzähle, aber er hat zum ersten Mal seine schwarzen Kumpel von der Arbeit zu uns eingeladen. Es ist, als sähe er ihre Farbe nicht mehr, obwohl er manchmal noch darüber spricht. Er ist viel entspannter und gelassener in ihrer Gesellschaft, aber es ist ihm nicht bewusst.

Und da ist noch etwas. Er macht mich verrückt mit seiner klassischen Musik. Er kennt nicht ein einziges Stück beim Namen und er hat sie nie, wirklich nie zuvor gehört. Jetzt sitzt er stundenlang da und lauscht. Er pfeift sogar Musikstücke, die er gar nicht kennen kann. Woher er sie wohl kennt? Man sollte eigentlich meinen, dass er jetzt auf Rapmusik oder so was steht wegen des schwarzen Herzens.“

5. Fall

Die Spenderin war eine 19-jährige Frau, die bei einem Autounfall starb. Die Empfängerin ist eine 29-jährige Frau, die an Kardiomyopathie in Folge einer Endokarditis litt.

Die Mutter der Spenderin berichtete:

„Meine Sara war ein ganz liebenswertes Mädchen. Sie besaß ihr eigenes Naturkostrestaurant und schimpfte ständig mit mir, weil ich keine Vegetarierin bin. Sie war ein wunderbares Kind. Wild, aber wunderbar. Sie glaubte an freie Liebe und hatte alle paar Monate einen anderen Mann. Sie war schon als kleines Mädchen verrückt nach Männern, und das ist so geblieben. Sie konnte mir noch ein paar Dinge aufschreiben, bevor sie starb. Sie war schon so weit weg, aber sie erzählte immer wieder, wie sie den Aufprall des Autos gespürt hat. Sie sagte, sie konnte fühlen, wie es in ihren Körper drang.

Die Empfängerin erzählte:

„Sie können das von mir aus weitererzählen, aber man wird Sie für verrückt halten. Als ich mein neues Herz bekam, passierten zwei Dinge. Erstens, ich spürte seitdem jede Nacht, selbst heute noch manchmal, den Unfall, den meine Spenderin hatte. Ich fühle den Aufprall auf meiner Brust. Es knallt in mich hinein, aber mein Arzt sagt, alles ist in Ordnung. Außerdem verabscheue ich Fleisch. Ich kann es nicht ausstehen. Ich war McDonalds beste Kundin, und jetzt wird mir von Fleisch übel. Wenn ich es nur rieche, kriege ich Herzrasen. Aber das ist nicht die wirklich große Veränderung. Mein Arzt sagt, das kommt von den Medikamenten.

Was ich ihm nicht erzählen konnte, und was mich wirklich beunruhigt, ist, dass ich verlobt bin. Er ist ein toller Mann und wir lieben uns. Wir haben großartigen Sex. Das Problem ist, ich bin lesbisch. Zumindest dachte ich, ich wäre es. Seit meiner Transplantation, bin ich nicht ... ich glaube nicht, jedenfalls ... bin ich irgendwie halb oder schwach lesbisch. Ich finde Frauen immer noch attraktiv, aber mein Freund erregt mich, Frauen nicht. Ich habe überhaupt kein Verlangen nach einer Frau. Ich vermute, ich hatte eine Geschlechtstransplantation.“

Kommentare

12. September 2013, 20:59 Uhr, permalink

Dirk

wirklich beeindruckend... bestätigt, dass das gehirn wenig mit unserem denken zu tun hat.. es dient nur als empfänger und je mehr es wächst, desto mehr kann es verstehen..
der geist sitzt demnach im gesamten körper..
ist alles übereinstimmend mit den büchern von donald walsch..
..
für mich ist klar, warum fleischfresser, so aggressiv sind... da ist man ein teil von im essen....

09. Januar 2019, 13:31 Uhr, permalink

marie-maru

Ich nehme an, Sie sind Vegetarier oder vegan und Ihr Kommentar beweist, dass auch Nicht-Fleischfresser aggessiv sein können. Anders kann ich mir diese aggressive und verachtende Ausdrucksweise nicht erklären. Selbst wenn Sie recht haben, so würde ein gelassener Mensch mit Achtung (auch Selbstachtung) nicht ein solches Wort wählen.
Übrigens habe ich eine fleischfressende Freundin, die mit Vorliebe Lammfleisch ißt - und sie ist sanft wie ein Lämmchen...

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