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Organtransplantation und das Gedächtnis der Zellen

Viele Empfänger verpflanzter Organe zeigen später Verhaltensweisen und Vorlieben, die nur von den Spendern der Organe herstammen können.

Die Frau des Empfängers erzählte:

„Ich bin sehr, sehr froh, dass sie ihn nach seiner Transplantation gefragt haben. Er ist viel besorgter wegen dieser Lichtblitze, als er zugibt. Er sagt, er sieht Jesus und danach einen hellen Blitz. Er erzählte den Ärzten das mit den Blitzen, aber nicht von Jesus. Sie sagen, das können die Nebenwirkungen der Medikamente sein, aber wir hoffen wirklich, dass das aufhört.“

Erörterung

Die hier vorgestellten Fälle sind repräsentativ für 74 Transplantationspatienten, von denen 23 ein neues Herz erhielten und die Pearsall innerhalb der letzten zehn Jahre kennen lernte.10

Da die Fälle nicht systematisch dokumentiert wurden, kann man auf ihrer Grundlage den Prozentsatz der Patienten nicht genau benennen, die verschiedene Formen der Persönlichkeitsveränderung durchlebten, und die Anzahl der Veränderungen, die im Zusammenhang mit der Persönlichkeit des Organspenders standen. Der vorliegende Bericht liefert lediglich die theoretische und empirische Rechtfertigung für eine systematische Studie.

Bisher waren Transplantationspatienten zumeist sehr zurückhaltend damit, derartige Erfahrungen ihren Ärzten (und häufig sogar auch ihrer Familie und ihren Freunden) mitzuteilen. Zudem reduzierte die vorherrschende Überzeugung, dass Erinnerungen in erster Linie im Nervensystem (und in zweiter Linie im Immunsystem) gespeichert werden, die Wahrscheinlichkeit, dass Transplantationspatienten überhaupt für die in den Zellen des transplantierten Organs befindlichen Erinnerungen empfänglich waren. Die gleiche Überzeugung reduzierte auch die Wahrscheinlichkeit, dass Familienmitglieder und Freunde ebenso wie Ärzte und anderes medizinisches Personal den Berichten von Transplantationspatienten über solche Erinnerungen aufgeschlossen begegnen würden. Daher ist es nicht möglich, den tatsächlichen Anteil an Persönlichkeitsveränderungen zu benennen. Es sieht so aus, als sei in diesem Fall der Mangel an Informationen eher die Regel als die Ausnahme.

Der 4. Fall veranschaulicht das Problem deutlich. Der 47-jährige Gießereiarbeiter, der das Herz eines 17-jährigen schwarzen Schülers erhielt, ging ganz selbstverständlich davon aus, dass der schwarze Jungendliche Rapmusik mochte. Daher kam er nicht auf die Idee, dass seine plötzliche Vorliebe für klassische Musik von seinem Organspender herrühren könnte. Dieser liebte jedoch klassische Musik, was der Empfänger nicht wusste, und starb „die Arme um den Geigenkasten geschlungen“ auf dem Weg zum Musikunterricht.

Nach dem Abschluss ihrer Untersuchung sprachen Schwartz und Russek mit einem Patienten von Dr. Copeland, der ein neues Herz bekommen hatte und daraufhin eine Reihe von Veränderungen der Persönlichkeit durchlebte. Er erhielt das Herz einer Frau, und unter den vielen Veränderungen ist auch eine Vorliebe für die Farbe Rosa (eine Farbe, die er vorher nicht mochte) sowie für Parfüm (was er vor der Operation überhaupt nicht ausstehen konnte und was seine Frau nicht benutzen durfte). Im Augenblick verwendet er selbst bei der Körperpflege weibliche Düfte.

Seine Töchter hänseln ihn und er fürchtet sich davor, diese Erfahrungen seinen Ärzten mitzuteilen. Er sprach mit Schwartz und Russek darüber, weil er wusste, dass sie diesen Veränderungen aufgeschlossen begegnen und ihm helfen würden herauszufinden, ob sie etwas mit der Spenderin zu tun haben (im Augenblick wird versucht, mit der Familie der Spenderin Kontakt aufzunehmen). Sein Fall ist besonders interessant, weil der Mann zweimal für tot erklärt und wieder belebt wurde, bevor er das neue Herz erhielt. Diese Erfahrung, so berichten er und seine Frau, veränderte ihn und machte ihn aufgeschlossener.

Organempfänger unterscheiden sich, sowohl was die Empfänglichkeit für die in den Zellen gespeicherten Informationen angeht, als auch in Bezug auf die Deutlichkeit, mit der sie Veränderungen empfinden und darüber berichten können. Eine der Personen, die diesen Forschungsbericht Korrektur gelesen hat, fragte anschließend: „Haben Organempfänger irgendeine Kontrolle über diese Dinge? Wenn alle Patienten dafür offen wären, würden sie auch alle etwas spüren?“ Dies ist eine wichtige Frage, der in zukünftigen Studien nachgegangen werden kann. Theoretisch müssten mehr Personen in der Lage sein, Informationen zu empfangen, wenn sie dazu ermutigt würden, sich dafür zu öffnen. Als Forschungsmethode könnte hierbei auch Hypnose angewendet werden.

Die hier vorgestellten Fälle sind insofern ungewöhnlich (aber nicht einzigartig), als von den Organempfängern deutliche Veränderungen wahrgenommen wurden, die dann von Familienmitgliedern und Freunden des Patienten bestätigt wurden. Zudem steuerten in jedem Fall Familie oder Freunde des Spenders Informationen über diesen bei. Jedes Mal fanden die Persönlichkeitsveränderungen statt, bevor der Organempfänger Kontakt mit der Familie oder Freunden des Spenders hatte.

Die hier vorgestellten Patienten sind nicht in psychiatrischer Behandlung. Sie leiden nicht an Depressionen oder Angstzuständen, obwohl sich einige besorgt über ihre Erfahrungen zeigten. Der 10. Fall macht das deutlich. Ein 56-jähriger Professor hatte Träume, in denen er nicht nur weiße Blitze, sondern auch „das Gesicht von Jesus“ sah. Aus Angst, dies könne eine Halluzination sein und diagnostische Bedeutung haben, erzählte er seinen Ärzten nichts davon (obwohl er von den Blitzen berichtete). Der Spender war ein 34-jähriger Polizist, der bei dem Versuch, einen Dealer festzunehmen, durch einen Schuss ins Gesicht getötet wurde.

Wie seine Frau berichtete, wurde der „Typ nie geschnappt, aber sie glauben zu wissen, wer es ist. Ich habe ein Phantombild gesehen. Der Mann hat lange Haare, tief liegende Augen, einen Bart und blickt vollkommen friedlich drein. Er sieht irgendwie aus wie eine Darstellung von Jesus.“

Können solche Berichte als statistische Zufälle abgetan werden? Die Namensgleichheiten, über die in den Fällen 1,8 und 9 berichtet wird, könnten möglicherweise als Zufälle erklärt werden. Im 9. Fall, zum Beispiel, kann die Wahl des Namens Tim (für den unbekannten Spender) mit der persönlichen Vorliebe des Jungen erklärt werden.

Der Organempfänger erzählte: „Ich mag Tim Allen von Tool Time, also nenne ich ihn Tim.“ Allerdings ist es schwierig, auch die folgende Bemerkung des Organempfängers mit Zufall zu erklären: „Er [der Spender] findet Power Rangers toll, glaube ich, so wie ich früher auch. Jetzt mag ich sie allerdings nicht mehr.“ Der Spender starb angeblich, „als er versuchte, an eine Power Rangers Figur heranzukommen, die auf einen Vorsprung unter dem Fenster gefallen war“. Die Tatsachen in diesen 10 Fällen sind offensichtlich zu zufällig um Zufall zu sein (die Zufallshypothese in der Statistik).

Kommentare

12. September 2013, 20:59 Uhr, permalink

Dirk

wirklich beeindruckend... bestätigt, dass das gehirn wenig mit unserem denken zu tun hat.. es dient nur als empfänger und je mehr es wächst, desto mehr kann es verstehen..
der geist sitzt demnach im gesamten körper..
ist alles übereinstimmend mit den büchern von donald walsch..
..
für mich ist klar, warum fleischfresser, so aggressiv sind... da ist man ein teil von im essen....

09. Januar 2019, 13:31 Uhr, permalink

marie-maru

Ich nehme an, Sie sind Vegetarier oder vegan und Ihr Kommentar beweist, dass auch Nicht-Fleischfresser aggessiv sein können. Anders kann ich mir diese aggressive und verachtende Ausdrucksweise nicht erklären. Selbst wenn Sie recht haben, so würde ein gelassener Mensch mit Achtung (auch Selbstachtung) nicht ein solches Wort wählen.
Übrigens habe ich eine fleischfressende Freundin, die mit Vorliebe Lammfleisch ißt - und sie ist sanft wie ein Lämmchen...

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