Die feindliche Übernahme des UFO-Narrativs

ufoSeltsames geht seit einiger Zeit in der amerikanischen UFO-Szene vor sich: Haben sich kritische Forscher jahrzehntelang durch das Dickicht aus Zeugenaussagen und Dokumenten gewühlt und diese auf belegbare und glaubwürdige Elemente abgeklopft, warten neuerdings immer mehr „Whistleblower“ mit haarsträubenden Geschichten auf, die zwar konsistent und detailliert erscheinen, sich aber jeder Überprüfung entziehen. Die jetzt entbrannte Debatte zwischen Gläubigen und Kritikern droht die altehrwürdige MUFON und mit ihr die gesamte Ufologie zu zerreißen. Dabei deutet vieles auf eine ausgeklügelte PSYOP hin, mit der der ernsthaften Forschung endgültig der Garaus gemacht werden soll.

Neben der Möglichkeit astraler Beeinflussung offenbart sich uns zunehmend eine deutlich greifbarere Ebene: die Welt der geheimdienstlich-militärischen bzw. okkulten Bewusstseinskontrolle, deren vielfältige Spielarten von elektromagnetischen Waffen bis zur traumabasierten Persönlichkeitsspaltung reichen. Die Enthüllungen in diesem Bereich sind in den letzten Jahren geradezu explodiert, in einem Umfang und in einer grauenvollen Gesamtstimmigkeit, dass selbst geerdete Forscher die grundsätzliche Realität, Fortgeschrittenheit und Wirksamkeit dieser Methoden kaum noch anzweifeln. Verweilen wir noch ein wenig bei Greer – wenngleich die folgenden Betrachtungen, das sei betont, spekulativer Natur sind.

Heard hatte, unterstützt von der erwähnten Aussteigerin, Greers Persönlichkeit psychologisch zu verstehen versucht und sie dazu in einem Tortendiagramm aufgeschlüsselt:

„Ein Stück ‚Aufrichtigkeit‘; ein ordentliches Stück ‚Größenwahn‘; ein eher kleines Stückchen ‚Gier‘; und ein etwas größeres – aber immer noch schmales – Stück mit der Aufschrift ‚Sekte‘. Es blieb noch Platz für ein kräftiges Stück, das mit Greers moralisch-ethischem Status zu tun hatte; aber wie sollte ich es beschriften? ‚Bösartig‘? Nein, das schien mir dann doch überzogen. Ich beließ es bei ‚ungezogen‘. Zu guter Letzt krönte ich das Ganze mit einem großzügigen Klacks ‚Arsch‘.“

Gibt es eventuell noch weitere Ebenen jenseits der psychologischen, die Heard vor zwei Jahrzehnten nicht bewusst gewesen sein können, heute jedoch möglicherweise diskutiert werden? Manch einer, der Greer persönlich begegnet ist, meint, er sei „besessen“ – nicht nur von einer Idee, sondern von Fremdentitäten. In Internetforen liest man häufig, man fände ihn „zum Fürchten“ oder „unerträglich“. Doch so weit wollen wir uns nicht aus dem Fenster lehnen. Einen anderen Hinweis gibt uns die MK-Ultra-Überlebende Elisa E., die in ihrem Buch18 berichtet, auf Greer programmiert worden zu sein. Einer ihrer Persönlichkeiten, die sie „Greers Mädchen“ nenne, habe man eine derart intensive falsche Zuneigung implantiert, dass es mitunter physisch schmerze. Nun sind die Aussagen schwer traumatisierter Personen zwar bei allem Wohlwollen mit Vorsicht zu genießen; doch hören wir kurz, was Elisa zu sagen hat:

„Ich bin absolut davon überzeugt, dass Greer durch und durch programmiert ist, und dass er genau das tut, wozu man ihn programmiert hat. Also mit dem Disclosure Project und dem ganzen Schwachsinn von den gutartigen Aliens. […] Zwar ist Greer anders als beispielsweise Corey Goode; doch aus meiner Sicht ist das einfach eine Weiterentwicklung. Das ist so ähnlich wie mit dem [älteren] MK-Ultra-Modell, das ich selbst verkörpere, und den neueren Supersoldaten. Eine Fortentwicklung, eine neue Version.“19

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Im Gespräch mit Randy Maugans, der auf seiner Talkplattform Off Planet Radio als einer der Ersten auf die Corey-Goode-PSYOP zur Übernahme des UFO-Narrativs aufmerksam gemacht und die Lawine gewissermaßen ins Rollen gebracht hatte, zieht Elisa E. weitere interessante Verbindungen: Als sie zum ersten Mal von den „Blauen Avianern“ hörte, habe sie intuitiv an das Project Bluebird denken müssen, und hält die Goode-Saga heute in der Tat für eine „aktualisierte New-Age-Massenanwendung“ desselben. Der MK-Ultra-Vorläufer Bluebird soll seinen Namen in Anlehnung an Maurice Maeterlincks 1908 uraufgeführtes okkultes Psychodrama „L’Oiseau bleu“ (dt.: „Der blaue Vogel“) erhalten haben. In dem Stück20, das später dem „Zauberer von Oz“ als Vorlage gedient haben soll, machen sich die beiden Mädchen Mytyl und Tyltyl auf die Suche nach dem „blauen Vogel des Glücks“, in deren Verlauf sie den Palast der Nacht, einen Friedhof, einen Zauberwald und … das Land der Erinnerungen passieren. Ein Blogger namens Shane the Ruiner, der Coreys Avianern seit deren Auftauchen vor etwa vier Jahren nachspürt, weiß über die Symbolik Folgendes zu sagen:

„Es gibt keine ‚Blauen Avianer‘. Sie sind und waren schon immer Bestandteil eines Bewusstseinskontrollprogramms, das speziell auf die Mitglieder der geheimen Weltraum-, Klon- und Social-Engineering-Programme ausgerichtet war.“

Mitglieder von Geheimgesellschaften würden auf luxuriösen Partys Vogelmasken tragen, wobei den Gastgeber eine blaue Maske ziere.

„Als ‚Blaue Avianer‘ bezeichnen sie, in Anlehnung an ihre Blaublütigkeit, die von ihnen programmierten Individuen. Ganz ehrlich: Jedes Mal, wenn jemand die ‚Blauen Avianer‘ für real hält, fällt irgendwo ein Illuminat vor Lachen um.“21

Elisa E. weist darauf hin, dass der blaue Vogel schon vor Jahrzehnten zur Bewusstseinsprogrammierung eingesetzt worden sei. Auf die Frage der Moderatorin, warum wir die an sich begrüßenswerte Botschaft von mehr Vergebung und Liebe für den Nächsten ausgerechnet von „blauen Hühnchen“ mitgeteilt bekommen müssen, zitiert Elisa aus Mark M. Richs Werk „New World War“22:

„Eine psychologische Operation ist ein geplanter Prozess, bei dem einer Zielgruppe Botschaften eingepflanzt werden, um bestimmte Einstellungen, Emotionen und Verhaltensweisen zu verbreiten. Die Vermittlung der Botschaften erfolgt dabei üblicherweise durch die Verwendung einer Überzeugungslinie, die als Thema bezeichnet wird. Man setzt bei einer PSYOP im Grunde Kommunikation ein, um das Verhalten zu beeinflussen. Die Operation wendet sich gegen Widersacher, ihre Unterstützer und ihre potenziellen Unterstützer.“

Rich führt weitere aufschlussreiche Definitionen an:

„Ein militärisches Täuschungsmanöver (MILDEC) zielt darauf ab, den Feind durch die Beeinflussung sämtlicher Informationskanäle in die Irre zu führen, auf die er sich bei seiner Entscheidungsfindung stützt. Dazu zählen alle Systeme, Gruppierungen und auch Individuen, die dem Feind als Informationsquelle dienen.“

Bei der „neokortikalen Kriegführung“ schließlich, dem PSYOP-Modell der RAND-Denkfabrik, wird „das Verhalten des Feindes kontrolliert, ohne ihm einen physischen Schaden zuzufügen. Zum neokortikalen System zählt RAND Bewusstsein, Wahrnehmung und Wille.“23 Das neokortikale System des Feindes wird gesteuert, indem man „in seinen fortlaufenden Beobachtungs-, Orientierungs-, Entscheidungs- und Handlungskreislauf eingreift.“ Man überzieht den Gegner mit „Wahrnehmungen, sensorischen und kognitiven Daten, die so entworfen sind, dass sie nur eine eng umgrenzte Menge von Schlussfolgerungen und letztlich Handlungen erlauben“.

Fakeover in der Wüste: Mission erfüllt

In diesem Licht verwundert auch die Tatsache nicht, dass es von den etwa fünfzig – zum Teil brillanten und seit Jahrzehnten etablierten – Referenten der Konferenz ausgerechnet das Gespann Goode / Wilcock war, das eine schier unglaubliche Palette kommender Projekte ankündigte. Die beiden entfalten vermutlich mehr Aktivitäten als alle übrigen Vortragenden zusammen; allein die Kurzvorstellung derselben verschlang 15 der 75 Minuten, die Goode für seine Präsentation zur Verfügung standen. Ressourcen spielen offensichtlich ebenso wenig eine Rolle wie die Realität. Wir dürfen uns unter anderem freuen auf: eine den „TED Talks“ nachempfundene Plattform für Liveübertragungen; Großveranstaltungen wie das Consciousness Renaissance Music Festival („Das wird wie Woodstock sein“); die als Gemeinschaftsprojekt verschiedener „Whistleblower“ konzipierte Buchreihe „The Case for a Secret Space Program“; die Comicreihe „Comic Disclosure“, die sich auf die Informationen Goodes und Tompkins’ konzentriert; atemberaubende Raumschiffmodelle, die man auch mit dem 3D-Drucker ausdrucken kann; weltweite Proteste und Meditationen unter dem Slogan „Vollständige Offenlegung jetzt!“; eine TV-Serie im Stil von „Stranger Things“, die Coreys Abenteuer seit seiner Kindheit nachzeichnet; und die aufwendig produzierte Gaia-Show „Above Cosmic“. („Wie viele von euch würden die gucken?“ – Tosender Beifall.)

Kommentare

02. Mai 2018, 14:41 Uhr, permalink

Kompostklo

Ein fantastischer Artikel – kluge Metakritik mit einer genuinen Stimme. Gerne mehr davon.

24. Oktober 2018, 16:54 Uhr, permalink

Daniel Kälin

Sehr guter Artikel, danke. Genau so ist es, das habe ich mir in den letzten Jahren des Verfolgens der Projekte Camelot von Kerry Cassidy und Avalon Forum des Bill Ryan auch gedacht. Ein riesiges Cpt.Richards-Goode-Wilcocks-Greer-Salla- "Mind Control"- Schmierentheater um Glaubwürdigkeit, Klick- und Mitgliedszahlen mit Buchverkäufen und Vortrags-Gagen im Dienste der Desinformation und Zersetzung über die Alien,- Ausser- und Innerirdischen-Agendas. Wie im richtigen Leben. Gewisse Gruppen wollen einfach nicht, dass die Wahrheit ans Licht kommt, weil sie und ihre eigenen Jahrtausend lang aufrecht erhaltenen Lügen- und Märchengeschichten, auf denen ihre Identität und "göttliche" Rechtfertigung ihrer Machtausübung gründet, wie Kartenhäuser zusammenbrechen. Wem man noch trauen kann sind Amazonas-Schamanen und besagter Bill Ryan, seine qualitativ hochstehenden Forums-Mitglieder, (Dres.:) Richard Doland, David M. Jacobs, Timothy Good, Bases Miles Johnston, Eve Lorgen (Barbara Bartholic, Carla Turner), Corrado Malanga und die im Artikel erwähnten richtigen, glaubwürdigen Zeugen und militärischen, amtlichen Whistleblowers der alten Disclosure Inteviews des Dr. Steven Greers.
Warum glauben wir, dass wir anders angesehen, bewertet und verkauft werden, als wir spezifisch gezüchtete Schweine,- Rinder,- Hühner,- Hunde,- Katzen,- Pferde,- und andere Säugetier,- und Reptilien,-Fisch,- und Vogel-Rassen? Wie oben so unten.

31. Dezember 2018, 12:47 Uhr, permalink

werner földeak

wenn man die dinger einmal tags oder nachts fliegen hat sehen, dann weiß man daß es sie gibt.

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